Platz für Menschen

Mehr als Oper und Theater: Grüne wollen Willy-Brandt-Platz umgestalten

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Die Grünen im Ortsbeirat fordern, den Willy-Brandt-Platz in Frankfurt beim Umbau der Städtischen Bühnen für die Bürger neu zu gestalten.

Die Grünen im Ortsbeirat fordern, den Willy-Brandt-Platz in Frankfurt beim Umbau der Städtischen Bühnen für die Bürger neu zu gestalten.

Frankfurt - Der Neu- oder Umbau von Oper und Schauspiel soll auch als Chance gesehen werden, das Areal und den Willy-Brandt-Platz zu öffnen und neu zu gestalten, fordern die Grünen im Ortsbeirat 1. Für die kommende Sitzung am Dienstag haben sie dazu einen Antrag verfasst. 

„Uns ist vor allem Bürgerbeteiligung wichtig“, sagt Fraktionsvorsitzender Andreas Laeuen. Wenn alles fertig geplant ist, sei es zu spät. Er schlägt darum einen Ideenworkshop vor, bei dem Frankfurter ihre Vorschläge für die künftige Nutzung abgeben können.

Frankfurt: Willy-Brandt-Platz für die Bürger

Wenn mehrere 100 Millionen Euro in die Oper investiert würden, dann erwarten die Grünen einen erheblich erweiterten Nutzen für alle Menschen im Ortsbezirk und darüber hinaus. Ein monofunktionales Opernhaus, wie es der Entwurf der Bürgerstiftung Neue Oper Frankfurt suggeriere, komme für die Partei nicht infrage.

Die Fläche biete so viel Potenzial, sagt Laeuen. Damit es sich finanziell trage, könnten die Gebäude auf dem Willy-Brandt-Platz höher als bisher werden. Und zugleich neuer Wohnraum entstehen. Gut vorstellen könnte sich Laeuen ein Museum in unmittelbarer Nähe zum Museumsufer, etwa mit einem Schwerpunkt für Darstellende Künste und Kultur für Bühnenbilder und -skulpturen. Genauso wie Ateliers und Ausstellungsräume für Künstler und Kulturschaffende.

Schön wären auch Ladenflächen und Gastronomie im Erdgeschoss, vor allem an der Neuen Mainzer Straße, Hofstraße und Untermainanlage. Und auch für die umliegenden Anwohner könnte die Stadt mehr schaffen: Spielplätze, einen Kletterpark an der Außenwand, Aufenthaltsbereiche für junge Leute, einen offenen Zugang zur Dachfläche mit Gastronomie, Begrünung der Außenflächen des Gebäudes schlagen die Grünen vor.

Frankfurt: Areal am Willy-Brandt-Platz soll allen zugutekommen

Das neue Areal sollte allen Menschen zugutekommen, nicht nur denen, die an Oper und Schauspiel interessiert sind, findet die Partei. Die Fläche müsste außerdem rund um die Uhr nutzbar sein. „Wir können uns eine Vielzahl an Funktionen vorstellen, die in die Oper integriert werden, um auch außerhalb der Vorstellungen und der Spielzeiten für Lebendigkeit zu sorgen“, heißt es im Antrag. Damit das Areal noch attraktiver wird, sollte überlegt werden, wie man besonders junge Leute und Familien anzieht, auch indem man den Durchgang vom Willy-Brandt-Platz zum Main gestaltet.

Die Stadt kann zu den Vorschlägen noch keine Auskunft geben. Erst wenn der Ortsbeirat den Antrag beschlossen habe, werde man sich äußern, sagt die Pressesprecherin des Kulturamts Jana Kremin. Wenn sie dann die Vorlage erhalten, werde man wie üblich prüfen und berichten.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) habe aber immer schon betont, dass sie eine Weiterentwicklung des Willy-Brandt-Platzes darüber hinaus für unumgänglich und geboten halte, erklärt Kremin. „Die Bühnen des 21. Jahrhunderts müssen sich in den Stadtraum weiter öffnen.“

Frankfurt: Ergebnisse für Willy-Brandt-Platz werden für den Spätsommer erwartet

Im Spätsommer lege die Stabsstelle „Zukunft Städtische Bühnen“ neue Ergebnisse vor, sagt Kremin. Derzeit arbeite man an dem Auftrag der Stadtverordneten, der das Ziel habe, Kosten im Vergleich zur Machbarkeitsstudie von 2017 deutlich zu reduzieren, und untersuche, welche Teile des Gebäudes erhaltenswert sind. „Das hat derzeit Priorität.“

Die Studie war zum Ergebnis gekommen, dass Sanierung und Neubau fast 900 Millionen Euro kosten würden. Derzeit sind zwei Varianten im Gespräch. Die günstigere Lösung wäre, beide Häuser am jetzigen Standort zu erhalten. Beim zweiten Fall würde die Oper bleiben und das Schauspiel woanders neu gebaut werden.

Das Gremiumtagt am Dienstag, 20. August, um 19 Uhr, in der Mensa der Paul-Hindemith-Schule, Schwalbacher Straße 71-77. Die Initiative „Radentscheid“ präsentiert Überlegungen und Anregungen für den Ortsbezirk 1. Das Grünflächenamt stellt einen Entwurf zur Erweiterung des sportlichen Angebots in der Julius-Munk-Anlage vor.

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