VGF, RMV und Deutsche Bahn

RMV will Maskenpflicht in Bus und Bahn mit Polizei durchsetzen

Die Maskenpflicht in Bus und Bahn soll im RMV-Gebiet mit der Polizei durchgesetzt werden.
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Die Maskenpflicht in Bus und Bahn soll im RMV-Gebiet mit der Polizei durchgesetzt werden.

Immer wieder gibt es Verstöße gegen die Maskenpflicht in Bus und Bahn. Der RMV will jetzt durchgreifen.

  • In Bussen und Bahnen werden Corona*-Abstandsregeln nicht kontrolliert
  • Einige Gäste sind bei der Maskenpflicht uneinsichtig
  • Die Polizei soll jetzt helfen, die Maskenpflicht durchzusetzen

Update von Freitag, 05.06.2020, 16.39 Uhr: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) plant, die Maskenpflicht in Bus und Bahn mithilfe der Polizei durchzusetzen. Zwar sei der größte Teil der Fahrgäste verantwortungsvoll, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat.

Aber immer wieder gebe es Berichte von Fahrgästen, die sich weigerten, Mund und Nase zu bedecken. „Das ist unsolidarisch und rücksichtslos gegenüber den Mitfahrenden und ein Verhalten, das wir nicht tolerieren“, so Ringat.

Verstöße gegen Maskenpflicht sollen notfalls mit Hausrecht durchgesetzt werden

Notfalls können Verkehrsunternehmen auch von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, stellte Ringat klar. Dann werde die Maskenpflicht durchgesetzt oder bei Weigerung der Fahrgast des Fahrzeugs verwiesen. Außerdem soll die Verteilaktion für Masken an Bahnhöfen verlängert werden. In Fahrzeugen sollen zusätzlich Masken ausgeteilt werden. 

Seit dem 27. April gibt es eine Maskenpflicht in Hessens Bussen und Bahnen. Fahrgäste sind verpflichtet, Masken zu tragen oder Mund und Nase mit Schals oder Tüchern zu bedecken. Davon ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Menschen mit einem entsprechenden Attest.

Verkehrsverbünde bisher zufrieden mit Einhaltung von Maskenpflicht in Bus un Bahn

Erstmeldung vom 19.05.2020, 10.26 Uhr: Frankfurt/Rhein-Main - Es herrscht - auch Empfehlung von Experten - Maskenpflicht und es gibt noch immer Abstandsregeln. Doch die Corona-Beschränkungen werden zunehmend zurückgefahren, auch viele Unternehmen holen ihre Mitarbeiter wieder in die Büros. 

In Bussen und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet bedeutet das, dass es wieder voller wird. Und damit schrumpft auch der Abstand zwischen den Passagieren. Genau der Abstand, der zur Eindämmung der Corona-Pandemie so wichtig ist. Was aber sagen die Betreiber von Bus und Bahn dazu? Wie gehen VGF, RMV und Deutsche Bahn mit den Abstandsregelungen und der Maskenpflicht im ÖPNV um?

Bus- und Bahnunternehmen setzen bei Maskenpflicht auf die Fahrgäste

Das wichtigste ist das Verhalten der Fahrgäste, machen die Verkehrsverbünde und die Deutsche Bahn klar. „Die Erfahrung zeigt, dass es eine breite Akzeptanz für die Tragepflicht der Masken gibt und sich die Fahrgäste rücksichtsvoll verhalten“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Von der VGF heißt es kurz und knapp: „Unser Fazit: läuft!“ Streit wegen der Maskenpflicht scheint es im ÖPNV bisher nicht zu geben.

Die meisten Menschen halten sich auch an die Regelung. Es gäbe nur sehr wenige dokumentierte Verstöße in U- und Straßenbahnen in Frankfurt, sagt Pressesprecher Bernd Conrads. Genauso beschreibt es die Sprecherin des RMV, Vanessa Rehermann: „Nach bisherigen Rückmeldungen unserer Partner verhält sich der Großteil der Fahrgäste auch rücksichtsvoll gegenüber anderen.“ Außerdem sei es wichtig, dass sich die Fahrgäste verteilen, Busse und Bahnen werden öfter und intensiver gereinigt und gelüftet.

Auch in anderen Verkehrsmitteln gibt es eine Maskenpflicht.

Hinweise bei Verstößen gegen Maskenpflicht

Aber es gibt sie eben doch, die Verstöße gegen die Maskenpflicht. Trotz aller Hinweise. Denn diese sind in Bussen und Bahnen und in vielen Stationen zu sehen. Die VGF setzt auf „positive Fahrgast-Ansprache“, also das Hinweisen der Fahrgäste auf die Maskenpflicht. 

Außerdem haben Mitarbeiter der VGF – nicht jedoch die Fahrer – Masken zum Ausgeben bei sich. Beim RMV ist „das Personal in den Zügen dazu angehalten, Fahrgäste auf die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung hinzuweisen“.

Nur Polizei und Ordnungsamt dürfen Maskenpflicht durchsetzen

Was es aber nur für Polizei und Ordnungsamt gibt: Eine Möglichkeit, die Maskenpflicht durchzusetzen. Denn als private Unternehmen können RMV, VGF und Deutsche Bahn niemanden dazu verpflichten, eine Maske zu tragen. 

Beim RMV setzt man auf „soziale Kontrolle“, also darauf, dass Fahrgäste sich gegenseitig auf die Maskenpflicht hinweisen. Auch eine Sprecherin der Bahn macht deutlich, dass das Unternehmen auf die „Kooperation“ der Fahrgäste bei der Maskenpflicht „angewiesen“ ist. 

Mindestabstand gibt es in Bussen und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet nicht

Und wie steht es mit dem Mindestabstand? Davon sind Busse und Bahnen offiziell ausgenommen. So steht es in den entsprechenden Verordnungen zur Maskenpflicht des Bundeslandes Hessen. 

Bernd Conrads von der VGF fasst es zusammen: „Folglich wird das auch nicht kontrolliert.“ Wer sich also um zu wenig Abstand in Bus und Bahn Gedanken macht, dem bleibt nichts anders übrig, als auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

*fnp.de und op-online.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

In einem Flüchtlingsheim in Frankfurt ist das Coronavirus ausgebrochen. 67 Menschen sind positiv getestet worden. In Mainz wurde eine komplette Unterkunft unter Quarantäne gestellt. Hier gibt es sogar noch mehr Corona-Fälle als in Frankfurt.

In Frankfurt gilt Maskenpflicht in Bus und Bahn – aber nicht jeder hält sie ein. Schaffner und Zugbegleiter sind machtlos gegen Corona-Verstöße in öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Kampf gegen Corona muss in Bussen und Bahnen eine Maske getragen werden. Doch nicht alle Fahrgäste im Kreis Offenbach halten sich daran. 

Die Menschen sind wieder unterwegs – allerdings mehr mit dem Auto als mit der Bahn.

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