Ehepaar stiftete Gedenkstätte und Museum historische Masken und Handpuppen

Franzosen besuchten Ausstellung von Requisiten in Trutzhain

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Vor den gestifteten Masken: Das Ehepaar Josiane (links) und Robert (mittig) Bonhomme mit Rigobert Guthmüller, der ehrenamtlich für die Gedenkstätte arbeitet. 

Trutzhain. „800 Kilometer sind wir gefahren. An nur einem Tag“, sagt die 77-jährige Josiane Bonhomme. Sie und ihr Mann Robert sind extra aus Roanne, Frankreich, nach Trutzhain gekommen.

Der Grund: Das Ehepaar Bonhomme stiftete historische Masken und Handpuppen an Gedenkstätte und Museum. Zu deren Ausstellung lud die Gedenkstätte das Ehepaar ein.

„Die Sonderausstellung hatte bereits im Juni eröffnet und geht noch bis Ende September“, berichtet Karin Brandes, die Leiterin der Gedenkstätte. Zu sehen gibt es aus dem Nachlass von Josiane Bonhommes Vater René Huc stammende Masken und Handpuppen. Sie waren Requisiten für das Lagertheater „Groupe Artistique Ziegenhain“ (GAZ) im Stammlager (Stalag) Trutzhain. Der Vater war dort während seiner Kriegsgefangenschaft als Schauspieler und Regisseur tätig.

Huc wurde bereits früh nach dem Frankreichüberfall von der deutschen Wehrmacht aufgegriffen und nach Trutzhain verschleppt. Der Unteroffizier kam 1940 als Kriegsgefangener in das Stalag. Dort war er bis in das Jahr 1943 interniert. Anschließend ging es für den Franzosen zur Zwangsarbeit nach Gießen, wo er 1945 von den Alliierten befreit worden ist. Nach Kriegsende tingelte Huc durch die Welt, ehe er 1972 im afrikanischen Dakar verstarb.

Die Andenken an ihren Vater haben für Bonhomme eine große Bedeutung. „Da hängen sehr viele emotionale Erinnerungen für mich dran“, sagt die 77-Jährige. Denn der Zweite Weltkrieg und die damit einhergehende Verschleppung ihres Vaters „bedeutete die Zerstörung meiner Jugend“.

Die Verantwortlichen der Gedenkstätte wissen um die Kostbarkeit. Rigobert Guthmüller, der sich seit über zehn Jahren ehrenamtlich engagiert, wertschätzt: „Das sind sehr große Geschenke, die uns die Bonhommes gemacht haben.“ Aber Frau Bonhomme weiß: „Die Sachen sind in Trutzhain gut aufgehoben.“

Wie die Requisiten ihren Weg nach Kriegsende in den Besitz von René Huc gefunden haben, ist nicht geklärt. Fakt ist, dass die Bonhommes die zehn bemalten Theatermasken und die 13 Handpuppen im Frühjahr 2009 an die Gedenkstätte gestiftet haben. Die Stücke wurden vom Hessischen Museumsverband aufwendig restauriert.

Informationen: Die Ausstellung „Lagertheater – Masken und Handpuppen aus dem STALAG Ziegenhain“ geht noch bis zum 27. September. Gedenkstätte und Museum Trutzhain, Seilerweg 1, 34613 Schwalmstadt. Eintritt ist frei. Tel.  06 69 1/ 71 06 62. Öffnungszeiten unter www.gedenkstaette-trutzhain.de

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

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