Amtsgericht in Treysa

Mann soll seine Frau geschlagen und gewürgt haben: Ehestreit in Treya vor Gericht

Treysa. Wegen häuslicher Gewalt und Fahrens unter Alkoholeinfluss musste sich ein 40-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht verantworten. Der Hausmann hatte seine Frau geschlagen und gewürgt.

Laut Anklage ereignete sich der Vorfall im Sommer. Nachts geriet das Ehepaar in Streit. Nach verbalen Attacken gegenüber seiner Frau sei der 40-Jährige am Morgen handgreiflich geworden und habe sie am Arm und Hals gepackt, so der Staatsanwalt: "Die Zeugin musste würgen." Zwei Tage nach der Attacke stellte ein Arzt bei der Frau Hämatome, Prellungen sowie eine Zerrung in der Schulter fest. Bei der Tat sei der Angeklagte erheblich alkoholisiert gewesen, sagte der Jurist: "Er hatte 1,7 Promille im Blut."

Auf der Suche nach seiner aus dem Haus geflüchteten Frau habe sich der 40-Jährige in deren Opel Corsa gesetzt und sei trotz seines beträchtlichen Alkoholpegels losgefahren. Besonders tragisch: Während des ganzen Streits waren die Kinder im Haus anwesend. Im Wesentlichen würden die Vorwürfe stimmen, bestätigte der Hausmann zerknirscht. Er habe seine Frau aus der Wohnung werfen wollen und der Streit sei eskaliert, erzählte der 40-Jährige: "Ich bin ja teilweise daran schuld. Ich wollte sie vor die Tür setzen und sie wollte nicht gehen." Eine Aussage, die den Staatsanwalt den Kopf schütteln ließ: "Wenn man fast zwei Promille hat, dann klärt man nichts mehr vernünftig. Gewonnen haben Sie nichts."

Er habe zwar die Körperverletzung begangen, sei aber nicht betrunken Auto gefahren, behauptete der Mann: "Eine Bekannte hat mich gefahren. Die möchte aber aus der Sache herausgehalten werden und mit dem Gericht nichts zu tun haben." Trotz mehrfacher Nachfrage blieb der 40-Jährige bei dieser doch eher unglaubwürdigen Version. Ursache des Streits sei die Eifersucht ihres Mannes gewesen, erklärte die Ehefrau: "Die Diskussion hat sich stundenlang hingezogen und dann fing er an, mich körperlich zu attackieren." Er sei wie im Wahn gewesen, erinnerte sich die 30-Jährige: "Nach dem Vorfall war ich total geschockt." Mittlerweile habe sich das Verhältnis zu dem 40-Jährigen wieder normalisiert und man arbeite gemeinsam an der Beziehung.

Da man von einem Gewaltdelikt ausgehen musste, sei man direkt mit zwei Streifen angerückt, berichtete ein Polizist: "Die Ehefrau war in einem sehr aufgebrachten Zustand." Am Hals habe man auch Rötungen wahrnehmen können, so der Beamte.

Man habe es hier mit einem Ehestreit zu tun, der aus dem Ruder gelaufen sei, stellte der Staatsanwalt fest. Das Gericht verurteilte den Mann zu 750 Euro Geldstrafe und weiteren fünf Monaten Führerscheinentzug. Er glaube nicht an eine unbekannte Fahrerin, so der Richter: "Betrunken Auto fahren bedeutet, dass man nicht geeignet ist."

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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