Landgericht verurteilte 41-jährige Altenpflegerin wegen Falschaussage zu Geldstrafe

Frau log für ihren Ehemann

Marburg/Schwalm. Teuer zu stehen kam eine 41-jährige gelernte Altenpflegerin aus dem Altkreis Ziegenhain eine uneidliche Falschaussage während einer Verhandlung gegen ihren Mann. In der Berufungsverhandlung verurteilte sie das Marburger Schöffengericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro.

Vom Amtsgericht Schwalmstadt war die bisher nicht vorbestrafte Frau zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt war, verurteilt worden. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt. Ihrem Mann war bei einer Verhandlung im Mai 2005 Körperverletzung vorgeworfen worden, weil er eine dritte Person aus hinterher nicht mehr nachvollziehbaren Gründen mehrfach gegen den Kopf geschlagen habe. Die Frau hatte allerdings bezeugt, sie habe etwa 20 Meter entfernt gestanden und von Schlägen überhaupt nichts gesehen. Dem widersprach die Aussage eines in der Nähe des Tatortes wohnenden 24-jährigen, der durch laute Schreie aufmerksam geworden war und den Vorfall aus dem Fenster seiner Wohnung beobachtet hatte. Der Mann, der sowohl den Täter als auch den Geschädigten lediglich vom Sehen kannte, hatte deutlich den Mann der Angeklagten als den Aktiven der beiden Personen erkannt. „Er hat geschubst und geschlagen. Der andere hat die Hände schützend vor das Gesicht gehalten“, berichtete der junge Mann.

Der Vorsitzende versuchte der Frau eine goldene Brücke zu bauen und schlug vor, bei einem Geständnis das Verfahrens einzustellen. Es gäbe eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro. Dies lehnte die Angeklagte ab. Ihr Argument: Sie könne nichts anderes als bei der Polizei und der vorausgegangen Verhandlung sagen. Ihr Mann sei allerdings wegen ähnlich gelagerter Vorfälle bereits mehrfach einschlägig vorbestraft.

„Es besteht keinerlei Anlass, an dem Wahrheitsgehalt der Aussage des Zeugen zu zweifeln“, sagte der Staatsanwalt. Er beantragte die Berufung zu verwerfen und die Frau mit 1200 Euro zu bestrafen. Dem schloss sich Richter Wolf Winter an. „Alles sprach dafür, dass Sie zugunsten ihres Ehemannes gelogen haben.“ Bei der Höhe der Geldstrafe spielte auch Ihre Uneinsichtigkeit eine Rolle“, begründete der Richter das Urteil, das die Frau noch im Saal annahm. (nh)

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare