Trotz guter Kinderbetreuung arbeiten viele in Teilzeit

Frauen im Job: Quote über dem Durchschnitt

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis sind mehr Frauen berufstätig als im Bundesdurchschnitt. Allerdings liegt der Frauenanteil an den Teilzeitbeschäftigten und Minijobs ebenfalls über dem Durchschnitt. Dies belegen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom März.

Im Landkreis sind 49 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Frauen. Deutschlandweit liegt der Anteil etwas niedriger bei 46,3 Prozent. „Frauen profitieren von der guten wirtschaftlichen Lage im Schwalm-Eder-Kreis“, sagt Hans-Gerhard Gatzweiler, Leiter der Arbeitsförderung (Arge). Auch im Bereich der Betreuung für unter Dreijährige und Ganztagsbetreuung habe sich im Landkreis einiges getan, sagt Karin Wagner, Leiterin des Jugendamts. „Wir stehen gut da. Wegen fehlender Betreuungsangebote muss niemand zuhause bleiben.“

Trudi Michelsen, Frauenbeauftragte des Landkreises, warnt davor, diese Entwicklung zu positiv zu sehen: „Frauen haben nach wie vor nicht die selben Chancen wie Männer, verdienen weniger und bekleiden seltener Führungspositionen.“

Dies zeigt auch die Statistik: Im Bereich der Minijobs liegt der Frauenanteil bei 69,7 Prozent, bei den Teilzeitbeschäftigten sind es sogar 87,5 Prozent. Im Landkreis müssen 479 Frauen mit sozialversicherungspflichtigem Beruf und 720 Frauen mit Minijob ihren Verdienst mit Geld von der Arbeitsförderung aufstocken.

Auch wenn die Kinderbetreuung gut ist, sehen Gatzweiler und Michelsen Engpässe aufgrund der oft flexiblen Arbeitszeiten. „Gerade frühmorgens und spätabends ist es schwer, eine Betreuung zu organisieren“, sagt Gatz-weiler. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle seien noch rar in ländlichen Regionen, sagt Michelsen. „Doch weil es an Fachkräften mangelt, werden die Betriebe künftig umdenken müssen und familienfreundlicher werden.“

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Von Diana Rissmann

Quelle: HNA

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