Arbeitsagentur fordert Umdenken bei Firmen und Bewerbern

Frauen noch oft im Schatten der Männer

Wolfhager Land. Noch immer sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert. Mehr als 70 Prozent der Firmen werden dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge von Männern geführt.

Die Bundesregierung diskutiert über eine gesetzliche Frauenquote. Auch im Landkreis gibt es laut Agentur für Arbeit Kassel Nachholbedarf. „Frauen sind die stille Reserve der Fachkräfte“, sagt Sprecherin Silke Sennhenn. Unternehmen könnten es sich nicht mehr leisten, auf Frauen in führenden Positionen zu verzichten.

Rita Schmidt-Schales ist Leiterin der Wilhelm-Filchner-Schule. Ihr Werdegang habe sich ergeben, ohne dass sie gezielt auf ihre jetzige Position hingearbeitet habe, sagt sie. Die ehemalige Frauenbeauftragte im Schulamt habe bei Auswahlverfahren festgestellt, dass es immer auf die Qualifikation und nicht auf das Geschlecht von Bewerbern ankomme. Allerdings würden sich Männer häufig mehr zutrauen, während Frauen eher ihre Leistungen hinterfragen und unterschätzen würden. „Deshalb hätte ich nichts gegen eine Frauenquote in Deutschland“, sagt sie.

Dagegen ist Mirco Franke von der Firma Energy Glas der Ansicht, dass der Frauenanteil nicht erzwungen werden sollte. Er ist einer von vier männlichen Geschäftsführern, ist aber offen gegenüber Frauen in der Arbeitswelt. „Ob Mann oder Frau – wichtig ist, dass der Job gemacht wird“, sagt er.

Auch Franziska Fuchs vom Autohaus Güde in Wolfhagen findet, dass es keine Quote geben muss. „Es kann sein, dass Frauen in einigen Berufsfeldern gar nicht arbeiten möchten“, sagt Fuchs. Firmen sollten freiwillig weibliches Personal fördern. „Ich kenne viele Frauen, denen ich eine Führungsposition zutraue.“ Fuchs ist Geschäftsführerin in einer Branche, die nach wie vor von Männern dominiert wird. Noch immer erlebe sie es, dass Männer überrascht sind, wenn sie auf Frauen mit Fachwissen stoßen. Seite 2

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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