Frauen aus Osteuropa für Pflege unverzichtbar

Wolfhager Land. Worüber Nachbarn lange Zeit nur hinter vorgehaltener Hand sprachen, ist ein großes Geschäft geworden: Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen durch osteuropäische Haushaltshilfen.

In Kassel und im Landkreis Kassel gibt es mehrere Agenturen und Pflegedienste, die Osteuropäerinnen für die häusliche Pflege vermitteln. Auch die Arbeitsagentur hilft bei der Suche nach Kräften. Diese Angebote sind aus Sicht des Kasseler Sozialamtes nicht mehr wegzudenken, um den steigenden Pflegebedarf bewältigen zu können.

"Altenheime und ambulante Dienste werden den demografischen Wandel nicht allein bewältigen können. Die Kapazitäten reichen nicht", sagt Sozialamtsleiterin Angelika Trilling. Lange Zeit sei vonseiten der traditionellen Pflegebranche und der Gewerkschaften gegen die 24-Stunden-Pflege gewettert worden. "Es wurde behauptet, die Qualität stimme nicht und es gebe Schwarzarbeit und Dumpinglöhne", sagt Trilling.

Seit Mai 2011 gilt die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus osteuropäischen EU-Ländern. Zudem hat der Gesetzgeber die Befugnisse der Haushaltshilfen erweitert. „Theoretisch durften die Frauen vorher nur den Haushalt in Ordnung halten. Faktisch haben sie aber immer schon gepflegt“, sagt Trilling.

Mit der Gesetzesanpassung würden die Frauen aus der juristischen Grauzone herausgeholt. Auch die Schwarzarbeit nehme ab. Für eine 24-Stunden-Betreuerin müssen auf die Pflegekassenleistung 1500 bis 2000 Euro im Monat zugezahlt werden.

Von Bastian Ludwig

Diese Sicht habe sich geändert. Einige Pflegedienste seien selbst in das Vermittlungsgeschäft eingestiegen. Auch Caritas und Diakonisches Werk hätten in einigen Regionen Deutschlands Partnerschaften mit osteuropäischen Agenturen abgeschlossen - in Kassel aber noch nicht. Für den Boom der 24-Stunden-Pflege sind Gesetzesänderungen aus dem Vorjahr verantwortlich.

Quelle: HNA

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