Frauenfußball: Boom in Schwalm-Eder ist vorüber

Schwalm-Eder. Die deutschen Fußball-Frauen treffen am Mittwoch im Halbfinale der Europameisterschaft auf Gastgeber Schweden. Auch im Schwalm-Eder-Kreis spielen Frauen Fußball, allerdings stagniert die Zahl der Sportlerinnen, wie Birgit Griesbach, Referentin für Frauenfußball des Hessischen Fußball-Verbands (HFV), berichtet.

Das macht sich auch bei den Vereinen bemerkbar. „Der Trend bereitet uns Sorgen“, sagte Andreas Bühn vom Hessenligisten TSV Obermelsungen. Auch Verbandsligist TuS Viktoria Großenenglis und Kreisligist SV Seigertshausen springen regelmäßig Spielerinnen ab. Denn nach dem Abitur wechseln viele Frauen den Wohnort, um zu studieren oder zu arbeiten, so Griesbach.

Mehr Berichterstattung

Als weiteren Grund nannte Birgitt Faßhauer von der Viktoria die fehlende mediale Präsenz: „Wir brauchen mehr Berichterstattung. Solange Frauenfußball nicht dauerhaft in der Sportschau gezeigt wird, sind wir noch nicht angekommen“. Das Klischee, dass die Damen unansehnlich kicken, sei von gestern, meint Birgit Griesbach. „Es hat sich viel in Sachen Athletik und Spielwitz getan, der Frauenfußball ist in seiner Akzeptanz gestiegen“, fügt sie hinzu.

Jan Bujakowski, Trainer der Damen von Seigertshausen und dort selbst in der Herrenmannschaft aktiv, bemängelte: „Während wir Männer die Spielpläne schon haben, sitzen die Frauen auf glühenden Kohlen und warten auf ihre Termine.“

Weniger Mädchen im Kreis

Faßhauer berichtet, dass ihr Verein zwei Teams von 15 bis 17 Jahren gründen musste. „Wir hatten einfach zu viele Mädchen“, stellt sie erfreut fest. Das sei aber keine kreisweite Entwicklung.

Lena Nöding, Mädchenfußball-Referentin des HFV, bilanzierte, dass die Zahl der gemeldeten Mannschaften von 17 auf 13 zurückgegangen sei. Sie geht davon aus, dass die Zahl der aktiven Mädchen rückläufig ist.

Quelle: HNA

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