Frauenfußball: Michelsbergerin kämpft für Hessen Kassel

+
Volle Kontrolle: Laura Wickert beim Training des KSV Hessen Kassel auf dem Kunstrasenplatz des Vereins.

Schwalm-Eder. Laura Wickert spielt leidenschaftlich gerne Fußball. Und das schon von Kindesbeinen an. „Ich habe mit meinem Vater und mit meinem Bruder im heimischen Garten begonnen“, erzählt die 19-Jährige. Später sei es dann gegen die Jungs aus dem Dorf gegangen.

Bis die Michelsbergerin bei der SG Landsburg angefangen hat. Acht Jahre war sie damals alt. „Mein Vater war begeistert“, sagt sie und deutet an, von wem sie die Fußballer-Gene in die Wiege gelegt bekommen hat.

Im Jahr 2009, nach einem kurzen Gastspiel beim SV Seigertshausen, spielte Wickert bei einem Probetraining des KSV Hessen Kassel vor – und wurde prompt genommen. Bis heute ist der Linksfuß den Nordhessen erhalten geblieben. Wickert spielt bei den ersten Damen in der Verbandsliga Nord. Dort beackert sie die linke Abwehrseite. „Ich bin mehr so der Typ Abräumer“, sagt Wickert.

Kampfgeist eine der Stärken

Bissigkeit im Zweikampf, Kampfgeist und Abgeklärtheit auch in heiklen Spielsituationen bezeichnet die angehende Studentin als ihre Stärken. Nicht umsonst gibt Wickert Mats Hummels als ihr sportliches Vorbild an. Für dessen Verein Borussia Dortmund schlägt auch privat Wickerts Herz. Wie auch Hummels interpretiert die 1,65 Meter große Frau ihre Aufgabe offensiv. Das bedeutet, dass sie sich auch in das Spiel nach vorne einbringt und als Flankengeberin fungiert.

Der vielzitierte moderne Fußball eben. „Frauenfußball ist nicht mehr bloß das Rumgekicke von Hausfrauen“, stellt die Spielerin mit der Rückennummer 16 klar. Wickert betont, dass der Frauenfußball in Deutschland auf einem guten Weg sei. Da käme ein weiterer Titel bei der zurzeit laufenden Europameisterschaft gerade recht. Natürlich drückt die Athletin, die privat viel Fahrrad fährt, den deutschen Damen bei der EM in Schweden die Daumen.

Weichen stehen auf Zukunft

Während die Nationalmannschaft um die europäische Krone kämpft, sind Wickerts sportlichen Ziele bescheidener Natur. „Ich möchte mit dem KSV wieder Hessenliga spielen“, meint Laura Wickert.

Privat sind die Weichen ebenfalls für die Zukunft gestellt. Wickert beginnt demnächst ein duales Studium in Richtung Bauingenieurswesen. Der Fußball soll darunter nicht leiden. „Ich möchte weiterhin bei Hessen Kassel spielen“, sagt sie. Das Pendeln zwischen ihrem baldigen Wohnort in der Nähe von Gießen und Kassel nimmt sie gerne in Kauf.

Noch mehr Akzeptanz

Denn Wickert liebt das Spiel. „Fußball ist ein Mannschaftssport. Es macht ungeheuren Spaß, im Team zu spielen und sich gegenseitig zu motivieren“, schwärmt die 19-Jährige. „Wir sind auf einem guten Weg zu noch mehr Förderung und Akzeptanz“, so die Spielerin. Wickert trägt ihren Teil dazu bei. Indem sie für Hessen Kassel kämpft.

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare