Frauenhaus unverzichtbar: Schwalm-Eder-Kreis und AWO ziehen Bilanz

Schwalm-Eder. Das Frauenhaus in Homberg, das seit über 14 Jahren von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schwalm-Eder betrieben wird, bleibt auch in Zukunft unverzichtbar. Das zeigte die Bilanz für das Jahr 2010, die die AWO jetzt vorlegte.

Für von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen mit ihren Kindern ist das Frauenhaus ein unersetzlicher Schutz in Krisensituationen und bei akuter Bedrohung.

Das Frauenhaus nimmt Frau und deren Kinder auf, unabhängig von Alter, Nationalität, Konfession oder Herkunft, wenn eine Notsituation besteht. Zur Einrichtung gehört auch eine Beratungs- und Interventionsstelle, bei der eng mit Behörden wie Polizei und Jugendamt zusammengearbeitet wird.

Auch 2010 war das Frauenhaus wieder ein häufig aufgesuchter Zufluchtsort für Frauen und Kinder, die physisch und psychisch misshandelt wurden beziehungsweise sich von Misshandlungen bedroht fühlten. Wie der Bericht belegt, nahmen 56 Frauen und 51 Kinder das Angebot in Anspruch. Sie blieben durchschnittlich 44 Tage. Insgesamt gab es also 4017 Übernachtungen. Die Zimmer waren im Schnitt zu 68 Prozent belegt.

Die Zahlen zeigten, dass der Kreis auf die Arbeit des Frauenhauses nicht verzichten könne, kommentierte Landrat Frank-Martin Neupärtl die Zahlen. Die Beratung- und Interventionsstelle ist oft erste Anlaufstelle bei Beratungsbedarf. Die Probleme umfassen dabei viele Lebensumstände, zum Beispiel Gewalt in der Partnerschaft, Wohnungs- und Mietprobleme, Alkohohlprobleme, Trennung und Scheidung.

Die Schutz suchenden Frauen kommen nach der Erfahrung der AWO aus allen sozialen Schichten. Frauen mit höherer Bildung oder gesichertem Einkommen blieben jedoch deutlich kürzer im Frauenhaus, da sie schneller geeignete Lösungen fänden als mittellose und sozial benachteiligte Frauen. Der Beratungsstelle komme daher eine wichtige Rolle zu. Dort gab es 2010 über 800 Beratungsgespräche, hinzu kamen über 200 Gespräche mit Polizei und Jugendamt.

Der Landkreis unterstützt das Frauenhaus auch künftig, sagte Neupärtl. Im Haushalt 2011 stehen 80.000 Euro für das Frauenhaus bereit, 20.000 kommen aus dem Sozialbudget des Landes Hessen. (red)

Quelle: HNA

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