Zusammenhalt im Dorf

Der Frauenkreis Ascherode/Treysa feiert am 6. Mai seinen 70. Geburtstag

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Früher in Schwälmer Tracht: Der Frauenkreis Ascherode wurde 1948 aus der Taufe gehoben. Die Frauen des Ortes trafen sich zunächst in der Alten Schule, später im Gasthaus und dem Dorfgemeinschaftshaus. 

Ascherode. 1948 gründete sich – wie in vielen anderen Orten der Schwalm auch – der Frauenkreis Ascherode.

In Treysa etwa gab es die Frauenhilfe zu dieser Zeit schon seit 40 Jahren. Am kommenden Sonntag, 6. Mai, feiert der Frauenkreis Ascherode, heute Frauenkreis Ascherode-Treysa, seinen 70. Geburtstag.

Die Frauen der ersten Stunde trafen sich wöchentlich abends in der Alten Schule. Als die Lehrerwohnung nicht mehr bewohnt war, gab es dafür ein kleines Zimmer im Obergeschoss. Hier wurde stets frühzeitig Feuer angemacht – dafür brachten die Frauen reihum Holz mit. Später war der große Schulraum Treffpunkt.

Die Treffen fanden nur im Winterhalbjahr, von Erntedank bis Ostern, statt. Im Sommer blieb keine Zeit, es gab genügend Arbeit in Haus, Garten und auf dem Feld. Bis heute liegt der überwiegende Teil der Treffen im Winterhalbjahr. Die Frauen kamen anfangs, wie in der Schwalm ganz üblich, in Tracht. Erst nach und nach etablierte sich die städtische Kleidung.

Ansprechpartnerin im Dorf war Anna Elisabeth Döringer, gestaltet wurden die Abende von Helene Giebel – der Frau des Ortspfarrers – und von Erna Dietz, der Frau des Lehrers. Sie lasen etwas vor, auch gemeinsame Gesangbuchlieder gehörten dazu. Dazu hatten alle Strickzeug und andere Handarbeiten mitgebracht.

Als Pfarrer Giebel 1975 in Ruhestand ging und die Familie wegzog, schlief der Frauenkreis zunächst ein. Dann aber baten Else Noll, Elisabeth Schwalm und Hannelore Kürschner nach einem Gottesdienst den jetzt zuständigen Pfarrer Friedrich Malkemus, den Kreis wieder anzubieten. Der Neuanfang war gemacht.

Unter seinem Nachfolger Wolfgang Köster und dessen Frau Sigrid erlebte der Frauenkreis seine Blütezeit: Zu den ernsthaften Gesprächen und Themen kam nun auch viel Geselligkeit. Da zogen für Sketche und lustige Theaterstücke Schwälmer Damen, die man sonst nur in Tracht kannte, plötzliche lange Abendkleider und vornehme Hüte an.

Inzwischen war der Treffpunkt mehrfach verlegt worden, unter anderem in die Gaststätte Knoch und in das Dorfgemeinschaftshaus, schließlich in den Gemeinschaftsraum im Feuerwehrhaus.

Schwester Renate, die Nachfolgerin der Kösters, brachte neue Facetten ein: Ihr ging es noch viel stärker um die geistliche Seite. Sie überzeugte den Kreis von der intensiven Teilnahme am Gottesdienst. An diese Arbeit knüpfte Pfarrerin Johanna Dumke an, auch Stephanie Fink setzte für ein Jahr Akzente. Seither wechselt sich die Treysaer Pfarrschaft bei den Nachmittagen ab. An eignen kreativen Ideen mangelt es den Ascheröder Frauen nicht. Seit 2014 kommen auch Frauen aus Treysa zu den Treffen, unterstützt durch den Gemeindebus. Für den Kreis sprechen heute Gundi Angres, Hannelore Kürschner und Erika Wagner.

Termin: Festgottesdienst am Sonntag, 6. Mai, 14 Uhr, Kirche Ascherode, Predigt Dekan Christian Wachter, anschließend Festversammlung bei Kaffee und Kuchen im Dorfgemeinschaftshaus.

Quelle: HNA

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