Bau von Windkraftanlagen

Fraunhofer Institut beendet Windforschungen in Wolfhagen am Rödeser Berg

+
Es werden keine Daten mehr erhoben: Tobias Klaas, wissenschaftlicher Mitarbeiter IWES Kassel, wertet nun zusammen mit weiteren Forschern die umfangreichen Messwerte aus. Der 140 Meter hohe Windmessmast bei Wolfhagen (Hintergrund) wird in den kommenden Monaten abgebaut, die Messtechnik wurde bereits entfernt.

Wolfhagen. Das Wind-Experiment vor den Toren Wolfhagens ist beendet. Forscher hatten hier Windgeschwindigkeiten gemessen, die in einen europäischen Windatlas einfließen sollen.

Die Sensoren wurden bereits demontiert, und in den kommenden Monaten wird auch der 140 Meter hohe Windmessmast auf dem Feld an der Straße nach Ehringen wieder abgebaut. 

Ein Jahr lang bis Ende Oktober hat das Fraunhofer IWES in Kassel in unterschiedlichen Höhen rund um den Rödeser Berg Windgeschwindigkeiten gemessen. Die Werte fließen ein in eine große Datenbank, auf deren Basis ein neuer europäischer Windatlas erstellt werden soll. 

Ein Ziel des aufwendigen Experiments ist es, verschiedene Windberechnungsmodelle auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen, sagt Tobias Klaas, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES.

Im Prinzip habe es im Umfeld des Rödeser Berges zwei Untersuchungsbereiche gegeben. Die Geräte am Windmessmast an der Straße nach Ehringen und jene an dem 200 Meter hohen Mast auf dem Rödeser Berg lieferten zwölf Monate lang Daten über die Windgeschwindigkeiten in Abhängigkeit von verschiedenen Wettersituationen. 

Die Auswertung der Daten dauere noch an, sagt Klaas. Bei der Standortfrage entschieden sich die Forscher für Wolfhagen, weil das Gelände einer Mittelgebirgslandschaft entspricht und typisch ist für viele Bereiche, in denen in Deutschland Windräder aufgebaut werden.

Sensible Technik: Die Scanner zeichneten die Windgeschwindigkeit in unterschiedlichen Höhen auf. Inzwischen sind die Geräte abgebaut.

Parallel dazu wurde über einen Zeitraum von drei Monaten eine Intensiv-Messkampagne per Laser-Scanner durchgeführt. Im Sekundentakt erfassten die Geräte ebenfalls in unterschiedlichen Höhen auf der gedachten Linie zwischen beiden Windmessmasten die Geschwindigkeiten, mit denen sich der Wind bewegt. 

Das Verfahren beruht auf dem Dopplereffekt. So wird ein Laserstrahl in die Luft gelenkt, wo er auf winzige Partikel stößt. Diese Aerosole werfen das Licht zurück, es wird reflektiert. Der Laserscanner fängt das Signal wieder auf. Aus den über dieses Verfahren erfassten Frequenzabweichungen lassen sich die Windgeschwindigkeiten ableiten. Die zahlreichen Scanner lieferten somit die Kontrollwerte, anhand derer sich die diversen Berechnungsmodelle überprüfen lassen.

Wolfhagen einziger Standort auf dem Festland

Mehrere Länder beteiligen sich an dem europaweiten Projekt. Innerhalb Deutschlands sei Wolfhagen der einzige Standort auf dem Festland, eine weitere Versuchsanordnung befinde sich auf einer Fähre, die auf der Ostsee verkehrt. Alle Messwerte sollen in einen Windatlas einfließen, der öffentlich einsehbar sein wird. Seine Daten können eine wichtige Entscheidungsgrundlage für den künftigen Bau von Windkraftanlagen liefern. Speziell mit dem Bau von weiteren Windrädern im Raum Wolfhagen hatte das Experiment des IWES nichts zu tun.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare