Weg frei für neue Mastställe bei Metze

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Weg frei für neuen Hähnchenmaststall: In Niedenstein soll eine Anlage für bis zu 49 000 Tiere entstehen. Das Bild zeigt den Stall eines Geflügelmastbetriebes im brandenburgischen Storkow.

Niedenstein. Die Stadtverordnetenversammlung in Niedenstein hat den Weg frei gemacht für zwei weitere Mastställe bei Metze. Nur die Grünen stimmten dagegen, dass der Magistrat mit zwei Landwirten Verträge für einen Hähnchenmaststall (49.000 Tiere) und einen Schweinemaststall (1984 Tiere) erarbeitet.

Lediglich eine Veränderungssperre der Stadt hatte bisher verhindert, dass die Ställe gebaut werden konnten. Jetzt erteilten die Stadtverordneten zwei Ausnahmegenehmigungen.

Mit der Veränderungssperre sollte der Ist-Zustand erhalten werden, bis die Stadt mit einer Bauleitplanung geeignete Flächen für privilegierte landwirtschaftliche Bauvorhaben ausweist. „Die Position der SPD und der FWG war immer, dass am Ende der Bauleitplanung Flächen ausgewiesen werden“, sagte Bürgermeister Werner Lange. Der Standort für den neuen Schweinemastsstall wäre ohnedies eine dieser Flächen gewesen.

Kritik an der Umsetzung und der Ausnahmegenehmigung gibt es von der Metzer Bürgerinitiative gegen die Massentierhaltung: „Die Vertragstexte lassen viele Fragen offen. Wird die weitere Bauleitplanung nicht erschwert werden, indem man bereits jetzt Ausnahmen zulässt?“, fragt Bernhard Leuteritz. „Eine Zusammenkunft, in der die Einwohner ihre Fragen in die landwirtschaftliche Bauleitplanung hätten einbringen können, hat es nicht gegeben“, sagt Leuteritz. Bevor diese Gespräche stattgefunden hätten, gehe jetzt alles ganz schnell.

Die Kritik weist der Bürgermeister zurück. In den Verträgen mit den Landwirten seien viele freiwillige Zugeständnisse für die Menschen erreicht worden. „Und wenn wir uns mit den Landwirten nicht einigen, stimmen wir den Verträgen nicht zu“, sagte Lange.

Aus den Verträgen: • Hähnchenstall: Der neue und der alte Stall sollen Filteranlagen erhalten, das ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Geruchsbelastung würde um 50 Prozent und die Belastung durch Ammoniak und Staub um bis zu 70 Prozent zurückgehen. • An den Ställen soll es keine offenen Mistlagerstätten mehr geben. • Der Hähnchenstallbetreiber verzichtet auf Schweinestallerweiterung. • Schweinestall: Ein bestehender Schweinemaststall soll bis 2025 schrittweise aufgegeben werden.

„Wir wollen die Situation der Menschen verbessern, und das wird uns mit den Planungen gelingen“, sagt Lange.

Quelle: HNA

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