Stadtparlament beschließt Verpachtung an Schwimmmeister Jörg Heidemeyer

Freibad in privater Hand

Badefreuden: Die können die Spangenberger im kommenden Jahr im verpachteten Liebenbachbad genießen. Schwimmmeister Jörg Heidemeyer bewahrte das Bad vor dem Ende. Foto: Brandau

Spangenberg. Das Liebenbachbad bleibt den Schwimmern in Spangenberg und Umgebung erhalten. Einstimmig hat das Spangenberger Stadtparlament am Donnerstagabend beschlossen, das Bad und den Campingplatz ab 1. Januar an Schwimmmeister Jörg Heidemeyer zu verpachten – ohne Zahlung eines Pachtzinses.

Der Stadt Spangenberg wird ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, sofern der Betrieb unwirtschaftlich ist. Jetzt wird der Magistrat einen Pachtvertrag mit Heidemeyer ausarbeiten und dem Parlament vorlegen.

Bad drohte das Aus

Die Stadt stellt Heidemeyer für die Jahre 2014 bis 2016 „jeweils ein Drittel der zahlungswirksamen Aufwendungen aus dem Haushaltsansatz 2013 zur Verfügung“, beschlossen die Stadtverordneten. Die Wasser- und Abwassergebühren des Freibades werden auf Antrag erlassen. Wie Bürgermeister Peter Tigges auf HNA-Anfrage erläuterte, lagen die Aufwendungen der Stadt bisher bei 130 000 bis 150 000 Euro pro Jahr.

Da die Stadt Spangenberg unter dem Rettungsschirm des Landes Hessen steht, drohte dem Bad das Aus. Nach dem Konsolidierungsprogramm sollte es nach der nächsten Saison geschlossen werden. Dagegen hatte es Proteste und Unterschriften gegeben. Während der Debatte gab es viel Lob für die Initiative von Jörg Heidemeyer, das Bad in eigener Regie zu betreiben.

Von einer guten Entscheidung für die Spangenberger Bürger sprach Jörg Lange (CDU). Karlheinz Brede (SPD) bezeichnete das Engagement zum Erhalt als positiv und sicherte „alle erdenkliche Unterstützung“ zu.

Das Engagement Heidemeyers verdiene enormen Respekt, sagte Peter Dahnke (CDU). Mit dem Bad werde ein Stück Lebensqualität erhalten. Dahnke lobte das „wahnsinnige Engagement“ Heidemeyers. Nun liege es auch an den Bürgern, das Schwimmbad zu nutzen.

Der Parlamentsbeschluss sei ein erster Schritt zum Erhalt des Bades. So formulierte es Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Schenk.

Mit dem Erhalt des Bades werde der Wunsch vieler Menschen erfüllt: „Es liegt nun an uns, das Projekt zum Erfolg zu führen.“ Sie habe Anlass zur Hoffnung, sagte Schenk. 252 Bürger hätten sich in Unterstützungslisten eingetragen. Davon hätten sich 56 auf einen Betrag von 2400 Euro festgelegt. Multipliziere man dies mal fünf, ergäbe dies 12 000 Euro. Das reiche natürlich nicht. Das Engagement zeige aber, „wie wichtig den Bürgern das Bad ist“. „Es müssen sich noch mehr Spender finden“, sagte die Parlamentsvorsteherin.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten, die Sportplatzgaststätte für ein weiteres Jahr an Uwe Trinter zu verpachten. KOMMENTAR

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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