Sanierung im Ziegenhainer Freibad

Schwälmer Parlament möchte Kosten für das Nichtschwimmerbecken drücken 

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Verschwindet: Im Zuge der Sanierung des Kinderbeckens wird der Schwimmkanal im Ziegenhainer Freibad verschlossen. Ob das Becken in Folie oder Edelstahl hergestellt wird, ist noch offen. 

Schwalmstadt. Die Sanierung des Freibades Ziegenhain beschäftigt die Schwalmstädter Lokalpolitik weiter stark. Mit Folie statt mit Edelstahl sollen die Kosten gedrückt werden.

Nachdem nun festgezurrt ist, dass das Babybecken in Edelstahl mit einem Wasserspielplatz zur Saison 2019 hergestellt sein soll, wird für das Nichtschwimmerbecken geplant. Es soll 2020 in Betrieb gehen. Die große Frage ist, ob sich Schwalmstadt auch hier Edelstahl wird leisten können, oder ob es in Folie saniert wird.

Die große Unbekannte in der Kalkulation ist die Summe, die durch das hessische Landesprogramm SWIM zu erwarten ist. Um keine Zeit zu verlieren, hat das Stadtparlament der Verwaltung aufgetragen, die vorliegende Planungsvariante in Edelstahl so zu abzuspecken, dass nicht rund 1,5 Mio. Euro, sondern „nur“ 1 Mio. Euro kosten würde. CDU-Fraktionssprecher Marcus Theis hatte einen entsprechenden Erweiterungsntrag in der Ausschusssitzung kurzfristig formuliert und eingebracht.

Gute Erfahrungen mit Folie in Frielendorf

Denn klar ist, dass alle Fraktionen die attraktive und langlebige Edelastahlauskleidung vorziehen würden. Edelstahl würde 50 Jahre halten und ist auch leichter und schneller zu reinigen als Folie (Herstellungskosten 590.000 Euro, Lebensdauer 20 Jahre). Für die Variante in Edelstahl würde zudem die Wasserfläche reduziert von 790 Quadratmetern auf 510 Quadratmeter, was Kosten für Wasser und Chemie drücken würde. 

Der nicht mehr genutzte Beckenbereich würde mit einer Badeplattform (Stahltragkonstruktion mit Dielenbeplankung) überdeckt und nähme die Pumpentechnik für eine Breitrutsche, eventuell auch einen Schwallwasserbehälter auf. Auf jeden Fall wird die bestehende Schwimmkanalöffnung mit einer Stahlbetonwand geschlossen. Der Schwimmkanal in die Wärmehalle im Gebäude war nie genutzt worden. Die vorhandene Rutsche wird abgebrochen.

Eine durchaus positive Referenz für Folie besteht im Freibad Frielendorf, seit 2010 waren dort nur kleine Reparaturen erforderlich. Eine Entscheidung soll möglichst in der Maisitzung des Stadtparlaments fallen, wenn die verfeinerte Edelstahlplanung mit dem Richtpreis 1 Mio. und die SWIM-Förder-Summe vorliegen sollten. Die Abstimmung fiel einstimmig aus, wobei im erweiterten Antrag festgeschrieben ist, dass die Planungsleistungen aus der städtischen Bauverwaltung kenntlich gemacht sein müssen.

Förderung vom Land Hessen noch unklar

Welche Fördermittel aus dem Programm SWIM zu erwarten sind, ist derzeit völlig unklar. Wiesbaden rechnet mit einem erhöhten Antragsaufkommen, bei der Bewilligung soll besonders auf die Senkung von Betriebskosten und Energieverbrauch geachtet werden, damit die Bäder zukunftsfähiger und wirtschaftlicher werden. Hessen will ab 2019 fünf Jahre lang je 10 Mio. Euro an die Kommunen für Hallen- und Freibäder verteilen. Anträge können bereits ab diesem Jahr gestellt werden.

Quelle: HNA

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