Zweckverband Naturpark Habichtswald säubert Gelände der Burgruine

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Flurdenkmal: Die Reste der Burgruine Rodersen im Erpetal wurden in Kooperation mit Hessen-Forst und dem Zweckverband Naturpark Habichtswald wieder für Besucher begehbar gemacht. Darüber freuen sich Wolfhagens Forstamtsleiter Uwe Zindel (links) und Mitinitiator Heinrich Deuermeier.

Wolfhagen. Eine Woche lang kreischten im Erpetal zwischen der Kernstadt Wolfhagen und dem Volkmarser Stadtteil Ehringen die Motorsägen. Unter der Leitung von Uwe Hartmann sorgten drei Mitarbeiter des Zweckverbandes Naturpark Habichtswald dafür, dass das dort liegende archäologische Flurdenkmal, die Überreste der einstigen Burg Rodersen (früher Roderikessen genannt), aus seinem Dornröschenschlaf erwachen konnte.

Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg, von der nur noch Mauer- und Fundamentreste sowie ein Burggraben zu erkennen sind, war fast vollständig von Bäumen und Buschwerk überwuchert unddadurch so gut wie gar nicht mehr von Spaziergängern oder Wanderern begehbar. Den Anstoß zum gründlichen Freischnitt der im Besitz von Hessen-Forst befindlichen historischen Liegenschaft gaben Heinrich Deuermeier, Wanderwart des Hessisch-Waldeckischen-Gebirgs- und Heimatvereins Wolfhagen (HWGHV) und dessen Naturschutzbeauftragter Heinrich Bachmann.

Bei der Streckenfestlegung des neu geschaffenen Wanderweges Wolfsfährte stellten sie nämlich fest, dass das Burggelände total zugewachsen war. Sie nahmen Kontakt mit Hessen-Forst sowie dem Zweckverband Naturpark Habichtswald auf, die umgehend die pflegerischen Säuberungsarbeiten veranlassten. Zudem wurde eine neue detaillierte Informationstafel zur Geschichte der Burg installiert.

Die Burg Rodersen wurde etwa um 1180/1200 von Arnold von Roderkessen unter der Lehnherschaft des Erzbischofs von Mainz angelegt. Vermutlich wohl, um die mainzischen Ansprüche im Grenzbereich mit dem damaligen Thüringern der Ludowinger zu sichern. Um 1231, dem Jahr der Wolfhager Stadtgründung, wurde sie, zusammen mit der nur wenige 100 Meter entfernten damaligen Festung Landsberg, von Truppen des Landgrafen Konrad von Thüringen während dessen Fehde mit Mainz zerstört.

Etwa zehn Jahre später kam die Burg „Roderikessen“ an die Familie von Gudenberg. Im Thüringisch-Hessischen Erbfolgekrieg wurde sie um 1261 durch den Landgrafen Heinrich I. von Hessen endgültig zerstört und blieb Ruine. Steine der Burg sollen in dem 1262 errichteten Niederelsunger Kirchturm eingebaut worden sein. Von 1960 bis 1972 wurden die Reste der Ruine ausgegraben. (zih)

Quelle: HNA

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