Vorfälle in Neukirchen: Freie Kräfte ziehen sich zurück ins Private

Experte: Rechte Szene in Schwalm-Eder noch aktiv

Schwalm-Eder. Mitglieder der Freien Kräfte leben weiterhin unter uns, aber sie haben sich zunehmend ins Private zurückgezogen.

Dieses Fazit ziehen Achim Kaiser, Leiter der Kriminalinspektion in Homberg, und Stephan Bürger, Leiter des Projekts „Gewalt geht nicht“ nach dem Einsatz der Polizei am Wochenende in Neukirchen.

Mehr als ein Jahr lang schien die Lage ruhig zu sein, damit bekommt die rechte Szene im Schwalm-Eder-Kreis erstmals wieder Kontur.

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- Zwölf Festnahmen in Neukirchen

In Neukirchen hatten am Samstag bei einer Geburtstagsfeier vermutlich Rechtsradikale extreme und ausländerfeindliche Parolen skandiert. Zwölf Teilnehmer der Party wurden festgenommen. Nachbarn hatte das Treiben in einer Kleingartensiedlung beobachtet und die Polizei alarmiert: „Ein sichtbares Zeichen, dass inzwischen ein Klima des Hinschauens entstanden ist“, sagte Kaiser.

Nicht polizeibekannt

Allerdings scheint die Anziehungskraft der rechten Szene insbesondere im südlichen Schwalm-Eder-Kreis weiterhin vorhanden zu sein. Immerhin neun der Festgenommenen waren der Polizei noch nicht bekannt. „Das lässt aufhorchen“, erklärte Bürger, „die Freien Kräfte scheinen immer noch eine Art Faszination auszuüben." Die Vorfälle am Wochenende bewertet Bürger nicht als „dummen Jungen Streich“. Immerhin sind die Verdächtigen zwischen 20 und 30 Jahre alt. Einen weiteren Aspekt rückt Bürger in den Fokus: Drei der Festgenommen sind Frauen, das gelte es im Blick zu behalten.

Die Polizei hat nun gegen die Verdächtigen Ermittlungsverfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Kaiser: Wichtig sei nun, dass möglichst schnell konsequent angeklagt und gerichtlich aufgearbeitet werde.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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