Sein Ziel ist freies W-Lan in Wolfhagen 

Freifunk: Wolfhager setzt sich für kostenloses Internet ein

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Auf dem Smartphone: Michael Hertel zeigt eine Karte, die veranschaulicht, wie stark ein Freifunk-Router belastet ist. Die roten Punkte stehen für die Nutzer, die zur Aufnahmezeit des Fotos das W-Lan des Freifunk-Routers an der Wilhelm-Filchner-Schule nutzten.

Wolfhagen. Der Wolfhager Michael Hertel hat es sich zum Ziel gemacht, ein Freifunk-Netzwerk in Wolfhagen zu etablieren.

Die Initiative Freifunk, die ein möglichst dichtes Netz an freien Internetzugängen zum Ziel hat, gibt es seit vielen Jahren. Auch in Kassel hat sich ein Ableger der Initiative gegründet. Jetzt findet sie ihren Weg ins Wolfhager Land, zumindest setzt sich Michael Hertel dafür ein. Er benötigt weitere Unterstützung aus der Bevölkerung, um eine umfangreiche Abdeckung von freiem W-Lan zu erreichen.

„Ich habe das einfach mal in Wolfhagen angestoßen“, sagt Hertel. So hat er mit Danny Wienecke von Hör Mal Augenoptik & Hörakustik einen Router in dessen Laden in der Schützeberger Straße eingerichtet, der nun als sogenannter Knoten eine Verbindung zu einem Freifunk-Server aufbaut und somit einen öffentlichen Internetzugang möglich macht. Zusätzlich versorgt eine Außenantenne einen Teil der Schützeberger Straße.

„Wir nutzen nicht direkt den Internetanschluss des Inhabers, das Signal geht von einem Freifunk-Server ins Internet“, sagt Hertel. Das heißt: Auch wenn jemand den Internetzugang für kriminelle Aktivitäten im Netz nutzt, wird der Anbieter des W-Lans nicht zur Rechenschaft gezogen. „Es ist nur die IP-Adresse vom Verein der Freifunker ersichtlich.“ Wer sich in der Reichweite des kabellosen Internets von Hör Mal befindet, kann ganz einfach darüber im Internet surfen. Der Unterschied zu öffentlichen Netzen? „Die Nutzer müssen sich nicht anmelden, und es sind keine Seiten gesperrt.“

Danny Wienecke ist nicht der Einzige, der beim Freifunk für Wolfhagen mitmacht. Auch das Restaurant Bei Vito und die Gesellschaft Biogas Wolfhagen mit dem Standort Wilhelm-Filchner-Schule haben einen Platz für einen Router zur Verfügung gestellt.

Hertel wünscht sich, dass es zukünftig viele Orte gibt, an denen Bürger einen kostenlosen Internetzugang nutzen können. Als Beispiel nennt er Bahnhof, Festplatz, Restaurants, Stadthalle und Sportplatz.

Mit geringen Kosten verbunden 

Um ein dichtes Netz an kostenlosem W-Lan aufzubauen, müssen viele Menschen mitmachen und einen Router zur Verfügung stellen. Alle Geräte innerhalb des Netzwerks sind verbunden – so nutzt das Handy automatisch das nächste Netz, wenn die Reichweite des vorherigen nicht mehr ausreicht. 

Bei der Einrichtung des Routers kann festgelegt werden, ob die ganze Bandbreite des Internets für alle zur Verfügung gestellt werden soll oder nur ein Teil. Kosten kommen kaum auf die Inhaber zu. „Vielleicht vier Euro jährlich für Strom“, sagt Hertel. Das Internet wird von Freifunk-Servern bezogen. Deren Betreuung und Wartung wird durch Spenden finanziert.

Quelle: HNA

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