Zwei berufliche Schulen im Kreis setzen das Konzept „Selbstverwaltung Plus“ um

Freiheit mit eigenem Budget

Künftig wird das Finanzbudget selbst verwaltet: Die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule, hier Schulleiter Rainer Glanz am Standort Homberg, beschreitet den Weg zur Selbstständigen Beruflichen Schule. Foto: Ehl-von Unwerth

Schwalm-Eder. Künftig entscheiden die Beruflichen Schulen in Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt selbst darüber, wofür sie das ihnen zugewiesene Geld einsetzen. Voraussetzung dafür ist das Projekt „Selbstverwaltung plus“, das die hessische Landesregierung im Jahr 2004 anstieß.

Damals bereits machten sich in einem Modellversuch 17 Berufliche Schulen in Hessen auf den Weg zu mehr Selbstständigkeit. Ihre Erfahrung in Sachen eigenverantwortlicher Organisation soll nun von anderen genutzt werden. Mit der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule Fritzlar und Homberg sowie den Beruflichen Schulen Schwalmstadt werden künftig zwei Teilnehmer aus dem Schwalm-Eder-Kreis zur „Selbstständigen Beruflichen Schule“ (SBS).

Ziel der Selbstverantwortung sei es, die Organisation der Schule und damit auch die pädagogische Qualität zu verbessern, sagt Rainer Glanz, Schulleiter der Friedrich-Ebert-Schule.

Wesentliche Grundlage der Selbstverwaltung ist im ersten Jahr das „Kleine Schulbudget“. Dieses richtet sich nach den Schülerzahlen und beträgt für die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule (1800 Schüler an beiden Standorten) etwa 95 000 Euro. Davon werden Lehrbücher, pädagogische Fortbildungen sowie unterstützende Computertechnik finanziert.

Im zweiten Jahr erhalten selbst verwaltete Schulen das „Große Schulbudget“, mit dem zusätzlich auch der Personaleinsatz eigenverantwortlich finanziert wird. Dadurch steht ihnen die Möglichkeit offen, selbst über die Stellenbesetzung zu entscheiden und die Personalauswahl zu treffen. Die Höhe des Budgets, die nach der Anzahl der zugewiesenen Lehrerstellen berechnet wird, kann Glanz für seine Schule derzeit noch nicht benennen.

Für den Schulleiter ist die Teilnahme an dem Projekt „eine wegweisende Entscheidung“: Die Schule wolle sich neuen Herausforderungen stellen. Allerdings könne die Umsetzung, die ein qualitativ hochwertiges Schul-Management erfordere, nur mit fachlicher Begleitung des Ministeriums gelingen. Zudem sei personelle Verstärkung durch eine Verwaltungsfachkraft dringend notwendig.

Glanz nennt Vorteile der Selbstverwaltung: Bislang durften zugewiesene Beträge für Lehrbücher, Fortbildung, IT-Anschaffungen und Personal ausschließlich zweckgebunden genutzt werden. Dadurch ist es möglich gewesen, dass das Geld verfällt.

Durch die schulische Selbstverwaltung kann jetzt der Betrag für eine nicht besetzte Lehrerstelle auch anderweitig, etwa in Lehrmittel investiert oder auch für Anschaffungen ins kommende Schuljahr, übertragen werden.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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