Einsatz jagt Einsatz: 24-Stunden-Übung für die Balhorner Feuerwehr

Freiwillig im Dauerstress

Rettung im Wald: (hinten von links) Marco Rittgarn, Andreas Dietrich, Christian Löber, Uwe Mathe, Martin Brandt (vorne links) und Philipp Löber (vorne rechts). Repro: pcj

Balhorn. „Baumaschine brennt am Distelberg“ dröhnt es aus dem Lautsprecher imBalhorner Feuerwehrhaus. Feuerwehrleute rennen zu ihren Spinden, springen in die Brandschutzkleidung und flitzen sie zu den Fahrzeugen und zum Einsatzort.

Der Einsatz erfolgte noch schneller als sonst - die Balhorner Feuerwehrleute standen schon parat. Denn die Alarmierung über den selbstgebauten Hausalarm im Feuerwehrhaus gehörte zur ersten Übung eines 24-Stunden-Programms, das von der Wehrführung - Oliver Lenz, Uwe Mathe und Karsten Mathe als Gruppenführer der Einsatzabteilung - ausgearbeitet worden war.

Dazu trafen sich im Anschluss an die fünftägige Brandschutzwoche (wir berichteten) 20 Einsatzkräfte.

„Wir wollen mit verschiedenen einsatznahen Übungen den richtigen Umgang mit den Gerätschaften und sicheres Verhalten am Schadensort üben, auch bei Dunkelheit“, sagte Oliver Lenz. Parallel wurde die Arbeit auf dem Einsatzleitwagen geübt.

Die dritte Übung dieser Art fand auf Wunsch der Einsatzkräfte statt. Lenz: „Nur wenn die Jungs und Mädels das wollen, macht es Spaß, so einen Workshop zu organisieren.“

Nach Ende der ersten Übung am Distelberg wurde der unterbrochene Aufbau des Nachtlagers im Jugendwehrraum beendet und ein deftiges Abendbrot verzehrt.

Doch schon während des Geschirrabräumens ging der nächste Alarm ein: Verkehrsunfall mit Personenschaden auf der Landstraße Richtung Elbenberg. Aufgaben der Brandschützer waren die Absicherung der Einsatzstelle, Sichern des Fahrzeugs und Personenrettung unter erschwerten Bedingungen.

Gegen 2 Uhr krabbelten die meisten in ihre Schlafsäcke, wurden aber gegen 6 Uhr schon wieder unsanft geweckt: Auslaufende Betriebsstoffe nach Verkehrsunfall auf der Lindenstraße.

Nach dem Frühstück, beim Abwaschdienst, der nächste Alarm: Ein Waldarbeiter lag eingeklemmt unter einem gefällten Baum. Er sollte „patientenorientiert“ gerettet werden, was mithilfe einer hydraulischen Winde auch gut gelang.

Doch damit war längst noch nicht Schluss, es folgten einGefahrguteinsatz, ein Brand im Kindergarten und einer in der Zimmerei Mette.

„Wir freuen uns, dass so viele Kameraden ihre Freizeit opferten, um an einem Wochenende an dem Workshop teilzunehmen“, sagte Wehrführer Oliver Lenz nach diesen 24 Stunden, und sein Stellvertreter Uwe Mathe ergänzte: „Sie tun das für die Sicherheit aller Balhorner.“

Die Übungen seien sehr gut abgelaufen, kleine Fehler sofort danach ausgewertet worden. Im nächsten Jahr soll es dann die vierte Übung dieser Art geben.

Von Constanze Junker

Quelle: HNA

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