Freiwillige Helfer befreien den Dörnberg von Büschen

Zierenberg. Büsche, Bäume und Sträucher sind in einem Naturschutzgebiet nichts Ungewöhnliches. Doch wo sie die Sicherheit von Mensch und Tier gefährden, muss dem Wildwuchs eine Grenze gesetzt werden.

Jürgen Depenbrock

Genau dies geschieht noch bis Ende Februar auf dem Dörnberg. Dort engagieren sich Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald, Auszubildende der Arbeitsförderung des Landkreises Kassel, die Jugendgerichtshilfe des Landkreises, die Weidegemeinschaft Dörnberg und die Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg gemeinsam.

„Die Entbuschungsaktion findet diesmal nicht nur aus naturschutzfachlichen Gründen statt, sondern auch aus Gründen der Verkehrssicherheit für die Segelflieger“, erklärt Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer des Zweckverbandes Naturpark Habichtswald. Da der Habichtswaldsteig die Wanderer über den Dörnberg führt und auf die große Freifläche entlässt, über die auch die Segelflugzeuge beim Start gezogen werden, besteht Unfallgefahr.

Umleitung für Wanderer

Daher soll der Wanderweg künftig außen um die Hute, auf der die Winde der Flieger steht, führen und jenseits der Startbahn enden. Dafür müssen einige Dornenbüsche weichen.

„Aus Sicht des Naturschutzes soll die Offenlandschaft erhalten bleiben“, fügt Depenbrock hinzu. Früher sei durch die stärkere Nutzung als Weide der Dörnberg wenig bewachsen und daher trocken gewesen. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich dies mehr und mehr gewandelt.

 „Durch den Schatten, den Büsche und Bäume werfen, hält sich die Feuchte und die charakteristischen Tierarten, wie zum Beispiel Eidechsen, verschwinden. Wir wollen aber nicht alles abholzen. Hier und da lassen wir einen Weißdornbusch stehen, den die Vögel anfliegen können“, sagt Depenbrock.

Insgesamt seien zwei bis drei Hektar Fläche zu bearbeiten. Brombeeren, Schlehen und Weißdornbüsche würden besonders stören. „Wir setzen auf Handarbeit. Würden wir schwere Maschinen einsetzen, könnten Splitter liegen bleiben, an denen sich die Tiere dann verletzen, ergänzt er. Dafür bleiben nur noch wenige Wochen Zeit.

 Denn ab März ist das Zurückschneiden der Büsche laut Naturschutzgesetz verboten. Die Kosten für die Aktion trägt die Stadt Zierenberg als Eigentümerin des Dörnbergs. „Da alle ehrenamtlich helfen, kostet es eigentlich nur ein Bisschen Sprit für die Fahrzeuge und die Kettensägen“, sagt Depenbrock.

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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