Plätze gibt es genug, doch finden sich nur wenige Engagierte für den neuen Dienst

Freiwillige sind Mangelware

Seltene Gattung: Michael Brückmann und Harald Hahn unterstützen die Malteser in Fritzlar als Freiwillige. Foto: Schittelkopp

Schwalm-Eder. Ab 6.45 Uhr sind sie im Einsatz: Michael Brückmann und Harald Hahn fahren behinderte Kinder in ihre Schulen. Sie sind zwei von drei Freiwilligen, die im Sommer ihren Dienst bei den Maltesern in Fritzlar angetreten haben.

Der Freiwilligendienst ersetzt seit Juli den Zivildienst, der zusammen mit der Wehrpflicht abgeschafft wurde. Zurzeit können die Freiwilligen nicht die ehemaligen Zivildienstleistenden ersetzen.

„Im Freiwilligendienst wachse ich mit meinen Aufgaben.“

Michael Brückmann

Harald Hahn sucht derzeit eine Arbeit, die Tätigkeit als Freiwilliger soll ihm helfen den Sprung aus der Arbeitslosigkeit zu schaffen. Michael Brückmann ist Frührentner, er möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben und für sich selber etwas mitnehmen.

Die Organisation Volunta vermittelt Frauen und Männer in den freiwilligen Dienst. Der pädagogische Berater von Volunta für den Schwalm-Eder-Kreis, Jürgen Schmitz, sagt: „Die Stellenanbieter bekommen nicht so einfach Leute.“ Mehr und mehr würden die Institutionen anfangen, sich bei Volunta nach Freiwilligen zu erkundigen.

Das Problem ist, dass sich nur Wenige auf die Stellen bewerben. So hatte das DRK im Landkreis Plätze eingerichtet, aber keine Bewerbungen bekommen. Derzeit arbeiten dort Helfer ihr Freiwilliges Soziales Jahr ab. Auch Karsten Schwalm, der Pflegedienstleiter der Diakoniestation Schwalm-Eder, suchte Freiwillige, die in der Pflege eingesetzt werden. „Aber wir haben keinen bekommen.“

„Der ehemalige Verteidigungsminister zu Guttenberg hat im Schnellschuss die Wehrpflicht und damit den Zivildienst abgeschafft“, sagte die Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes Donata Schenk zu Schweinsberg im HNA-Interview. Seit Mai sei es nicht möglich gewesen, etwas Perfektes zu organisieren.

Nach Ansicht von Donata Schenk seien die Vorteile des Dienstes noch zu unbekannt. So könne der Dienst nach dem Ende der Pflichtschulzeit geleistet werden, und für die über 27-Jährigen sei Teilzeit möglich. Auch Arbeitslose und Ausländer können sich bewerben und so Pluspunkte für den Beruf sammeln.

Martin Pittner, der Leiter des Fahrdienstes der Malteser, beurteilt die Arbeit der Freiwilligen sehr positiv: „Sie sind motivierter und engagierter, als es einige Zivis waren, die bei uns ihren Dienst ableisten mussten.“

1000 Freiwillige will der Malteser-Hilfsdienst bundesweit einsetzen. Woher die Bewerber kommen sollen, steht in den Sternen. Das zuständige Familienministerium sagt, dass sich die Institutionen mehr um die Werbung von Freiwilligen bemühen sollten.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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