Wie ein zweites Zuhause

Neukirchenerin hat ihren Freiwilligendienst in Ghana geleistet

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Individuelle Förderung: Annika Arndt hat ein Jahr lang an einer Junior Highschool in Ghana gearbeitet, hier ist sie mit Schülern der siebten Klasse vor deren Klassenraum zu sehen. 

Neukirchen. Annika Arndt hat für einen Freiwilligendienst ein Jahr im westafrikanischen Land Ghana verbracht. 

Einmal Frankfurt – Accra, bitte! Als Annika Arndt das Flugzeug nach einer langen Reise mit Zwischenstopp und Zeitverschiebung verließ, war sie in einer ganz anderen Kultur gelandet.

Von der Hauptstadt Ghanas ging es für sie weiter in das 4000-Einwohner-Dorf Vakpo, in dem sie ein Jahr lang gelebt und gearbeitet hat. Das westafrikanische Land in den Tropen ist für Arndt während ihres Freiwilligendienstes mit der Organisation "Weltwärts" ein zweites Zuhause geworden.

Ein Jahr in Afrika: Etwas Neues sehen

Warum möchte eine damals 18-jährige junge Frau so weit weg von ihrem eigentlichen Zuhause in Neukirchen? "Ich wollte mal etwas Neues sehen, etwas machen, das nicht alle machen", erzählt Arndt. Ihre Erwartungen wurden erfüllt, schon in den ersten Tagen im fremden Land konnte sie viele Eindrücke sammeln.

"Der Verkehr ist immer ein kleines Chaos, das aber wunderbar funktioniert", berichtet sie. In den Bussen, die dort Trotros heißen, wird zwar immer grob gesagt, wohin die Reise geht – doch dann werden häufig Abkürzungen genommen. Auf dem Markt gibt es nicht nur Fisch und Obst zu kaufen, sondern auch Schnecken, Kleider sowie Bad- und Küchenartikel. Hühner, Ziegen, Schafe, Katzen und Hunde laufen einfach frei herum.

Im Auslandsjahr habe sie viel gelernt, sagt Arndt. Nicht nur, wie man Wäsche am besten ohne Maschine reinigt oder wie man Wasser aus abgepackten Plastiktüten trinkt, ohne sich zu bekleckern, sondern auch eine gewisse Lockerheit: "Die Menschen in Ghana gehen mit der Zeit ganz anders um. Bei einer Verabredung für drei Uhr kann es sein, dass die anderen so gegen fünf Uhr kommen."

Die Menschen hat sie als offen und freundlich erlebt, auch ihre Gastfamilie, bei der sie während ihres Freiwilligendienstes gelebt hat. "Dadurch habe ich viel von der Kultur mitbekommen", sagt sie. "Aber ich bin auch herumgereist und habe das Land kennengelernt."

Das ging natürlich nur an ihren freien Tagen, denn eigentlich hat Arndt an der Junior Highschool Kinder von der siebten bis zur neunten Klasse betreut. Gemeinsam mit zwei weiteren Freiwilligen hat sie Arbeitsgemeinschaften gestaltet, mit den Schülern lesen geübt und sie individuell gefördert.

Schon nach kurzer Zeit war Annika Arndt nicht nur in einer ganz anderen Kultur gelandet, sondern dort wirklich angekommen. Dementsprechend traurig war sie auch beim Abschied – doch sie hat sich vorgenommen, schon bald für ein Praktikum in das afrikanische Land zurückzukehren.

Zur Person: 

Annika Arndt wurde im Jahr 1998 in Alsfeld geboren. Sie wohnt in Neukirchen und hat in Treysa das Schwalmgymnasium besucht. Nach dem Abitur im Jahr 2016 ging sie mit dem Freiwilligendienst „Weltwärts“ nach Ghana. Zurzeit plant sie einige Praktika, davon auch eins in Ghana, und möchte danach Landschaftsarchitektur studieren. 

Vortrag im Gymnasium: 

Für alle, die mehr über ihr Jahr in Ghana erfahren möchten, hält Annika Arndt am Freitag, 9. Februar, ab 18 Uhr einen Vortrag in der Mensa des Schwalmgymnasiums in Treysa. Sie wird von ihrer Arbeit, ihren Reisen und Erlebnissen erzählen und Bilder zeigen. Damit möchte sie auch andere Schüler motivieren, nach dem Abschluss für eine Zeit ins Ausland zu gehen.

Quelle: HNA

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