Vor allem für die Innenstadt

Freiwillige sollen in Fritzlar als Polizisten arbeiten

Fritzlar. Wenn die Mehrheit der Fritzlarer Stadtverordneten Donnerstagabend zustimmt, wird es künftig in der Domstadt einen freiwilligen Polizeidienst geben. Er soll von ehrenamtlich tätigen Bürgern übernommen werden.

Einen solchen Antrag, der die Einrichtung eines freiwilligen Dienstes in Kooperation mit den Städten Gudensberg und Bad Wildungen vorsieht, hat der Magistrat vorbereitet.

In der Vorlage wird erläutert, dass es in den beiden Städten Gudensberg und Bad Wildungen schon Erfahrungen gebe mit privaten Polizisten beziehungsweise Sicherheitsdiensten. In beiden Fällen seien die Erfahrungen positiv gewesen. Jetzt plane man, in einer interkommunalen Zusammenarbeit den freiwilligen Polizeidienst gemeinsam zu realisieren.

In Fritzlar soll der Dienst vor allem in der Innenstadt eingesetzt werden. Wie Bürgermeister Hartmut Spogat erklärt, gebe es hinter der Stadthalle, in der Allee, an der Stadtmauer und rund um den Grauen Turm Probleme. Insbesondere junge Leute würden dort abends feiern, trinken, für Lärm und Müll sorgen. „Es gibt immer wieder Beschwerden von Anwohnern und Wohnmobilisten“, sagt Spogat. Der freiwillige Polizeidienst soll an diesen Stellen für Präsenz sorgen. Auch Falschparker könnten künftig vom Dienst kontrolliert werden. Spogat versteht sie als Unterstützung für das Ordnungsamt.

Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren, erhalten danach für maximal 20 Stunden im Monat 7 Euro/Stunde als Aufwandsentschädigung. Die Polizei berät die Kommunen bei der Auswahl der Kandidaten, die auch von der Polizei ausgebildet (50 Stunden) und ausgestattet werden. Die Polizei soll in Absprache mit den Kommunen die Einsatzplanung übernehmen. Das Land bezuschusst dieses Projekt mit 75 000 Euro für fünf Jahre.

Stadtverordnetensitzung, Donnerstag, 9.11., 19 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses.

Hintergrund

Pfefferspray zum Selbstschutz

Das Land Hessen stellt seit dem Jahr 2000 Freiwillige Polizeihelfer ein. Der Freiwillige Polizeidienst soll durch die Präsenz, die Beobachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie Gespräche mit den Bürgern die Sicherheit verbessern. Freiwillige Polizeihelfer dürfen:

• die Identität feststellen und Berechtigungsscheine prüfen,

• Platzverweise erteilen,

• Gegenstände sicherstellen,

• Zeichen und Weisungen im Straßenverkehr erteilen,

• Ordnungswidrigkeiten aufspüren,

• zum Selbstschutz Pfefferspray einsetzen.

Quelle: HNA

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