Hotel-Neubau soll bald die Treysaer Altstadt beleben

Treysa. Viele Jahre stand das historische Fachwerkhaus in der Burggasse, unmittelbar gegenüber der Treysaer Totenkirche, leer: Jetzt soll dort wieder Leben einziehen.

Seit mehreren Wochen tut sich etwas hinter der historischen Fassade.

Martina Raasch, gebürtig aus Marburg und 17 Jahre lang wohnhaft in Frankfurt, hat sich entschieden, dort ein Hotel zu eröffnen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Familie, insbesondere von ihrem Vater Georg Schlamann, der auch Vorsitzender der Altstadtfreunde Treysa ist und bereits Erfahrung in der Sanierung eines alten Hauses hat.

Das denkmalgeschützte Gebäude wird aktuell sanft und nach baubiologischen Gesichtspunkten saniert: „Die alte Blockbohlentreppe bleibt erhalten, ebenso das Fachwerk, Lehmwände werden wieder hergestellt, Balken ausgetauscht“, erklärt Raasch. Entstehen sollen hier zwei Doppel- und zwei Mehrbettzimmer sowie ein Frühstücksraum.

Die Genehmigungsverfahren seien in vollem Gange, sagt die 38-Jährige. Auch plane sie, für das Projekt Förderung aus dem Leader-Programm zu beantragen. Martina Raasch ist überzeugt, dass der größte Stadtteil Schwalmstadts auch ein Hotel brauche: „Man sollte den steigenden Übernachtungszahlen Rechnung tragen.“ Bei vier Zimmern im Fachwerkhaus soll es nicht bleiben. In der Steingasse 31, auf dem Grundstück des Stadthauses der Familie von Gilsa, wird ein Neubau entstehen.

Die Eröffnung ist für den Herbst vorgesehen. Das moderne Gebäude soll über acht Doppelzimmer, auch barrierefreie, sowie einen Wintergarten als Frühstücksraum verfügen, insgesamt 360 Quadratmeter. Zunächst wird die gelernte Rettungsassistentin ausschließlich Frühstück anbieten: „Wenn beide Häuser in Betrieb gegangen sind, sollen auch Arbeitsplätze entstehen“, erklärt Raasch.

Sie habe durch ihren Stiefvater die Abläufe eines Tageshauses kennen gelernt und bringe für ihr Vorhaben das richtige Gespür mit. Ihr Vater realisiere ja bereits jetzt im Stadthaus den Gedanken des gemeinschaftlichen Wohnens.

Beim Frühstück wolle sie überwiegend auf regionale und saisonale Produkte zurück greifen: „Weniger, dafür aber richtig gute Produkte.“

Im großzügigen Garten, der den Komplex umgibt, werde zukünftig Obst und Gemüse angebaut. Ansprechen möchte die Mutter zweier Kinder unter anderem Fahrradtouristen und Wanderer: „Wir werden uns zertifizieren lassen und Dinge wie Abstellmöglichkeiten fürs Rad, einen Trockenraum für die Wäsche und eine kleine Werkstatt für Reparaturen anbieten“, sagt Raasch. Auch Wanderer könnten mögliche Gäste sein, das Hotel liege schließlich direkt an Rad- und Pilgerwegen.

Sie sei mit ihrer Idee in der Stadt und beim Kreis willkommen gewesen. Beratung habe sie unter anderem vom Gründerzentrum, der Wirtschaftsförderung und dem Tourismusservice erhalten.

Die größte Unterstützung erfahre sie durch ihre Familie: Selbst ihre Kinder begleiteten das Projekt eifrig, seien häufig bei Baubegehungen dabei: „Wir freuen uns jetzt schon auf die ersten Gäste“, erklärt Martina Raasch.

Quelle: HNA

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