150 Rinder verbringen Sommer auf Dörnberg

Weideauftrieb auf den Dörnberg

Zierenberg. Weideauftrieb am Dörnberg. Als hätten sie es kaum mehr abwarten können, springen die ersten von rund 150 Rindern mit großen Sätzen und lautem Muhen aus ihren Hängern.

Unterhalb der Wichtelkirche auf dem Dörnberg führen sie regelrechte Freudentänze auf, die Jungtiere der zwölf Bauern, die zu ahnen scheinen, in welch paradiesischer Umgebung sie die Sommermonate verbringen dürfen.

Wo Menschen höchstens einmal für wenige Stunden vom hektischen Alltag abschalten, haben Rotbunte, Schwarzbunte, Fleckvieh, Charolais, Galloways und ihre Kollegen ein neues Zuhause auf Zeit gefunden. Die kalten Monate im Winterquartier liegen hinter, fünf Monate an einem der schönsten Fleckchen unserer Region vor ihnen.

Ungeduldig lassen sie am Samstag die Kontrolle durch Thomas Rose über sich ergehen. Der Vorsitzende des Ortsbauernverbands ist ganz genau, wenn er jedes Tier einzeln registriert, bevor es raus auf die 104 Hektar große Weide darf. „Alle müssen entsprechende Ohrmarken und dürfen keine Hörner haben, müssen zudem insgesamt in einem gesundheitlich guten Zustand sein“, sagt Rose.

Dafür hätten die zwölf Besitzer - sieben aus Zierenberg, fünf aus Nachbarorten - im Vorfeld bereits bestens gesorgt. Sei es doch auch in ihrem Interesse, dass die Tiere den heimischen Hof über die Sommermonate verlassen. Die Vorteile für die Bauern liegen laut Rose auf der Hand: Weniger Arbeit im Stall, Entlastung während der harten Arbeit auf den Feldern.

„Die Tiere finden auf den Weiden rund um die Helfensteine alles, was sie brauchen“, sagt der Zierenberger. Futter und frisches Quellwasser stehe in Hülle und Fülle zur Verfügung, zugefüttert werde zur Umgewöhnung nur zu Beginn etwas Heu.

Ganz aus dem Auge lassen können und wollen die Landwirte ihre Tier dann aber doch nicht. Ein täglicher Weidedienst kümmert sich um das Wohl der Tiere, die währenddessen das saftige Grün genießen dürfen, das Dank des HIAP-Programms seit 2007 frei von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist.

Gut und gerne 500 Arbeitsstunden leisten die Mitglieder des Ortsbauernverbandes pro Jahr für Wartung und Reparatur der Tränkestellen und des etwa fünf Kilometer langen Zaunes. Da greifen Rose und seine Kollegen gerne einmal zur Sense, um Brennnesseln und Disteln zu Leibe zu rücken.

So bietet sich Spaziergängern auf dem Dörnberg ab sofort wieder ein ganz besonderes Bild, dem tatsächlich ein Hauch von Alpenidylle innewohnt. Frei grasende Jungtiere glücklich vereint mit Spaziergängern und den Segelfliegern, die hier ihr Quartier haben, laut Rose etwas ganz Besonderes. Angst braucht übrigens niemand zu haben. „Es ist völlig ungefährlich, zwischen den Tieren umherzulaufen“, sagt Rose. „Hier weiden nur weibliche Tiere und kastrierte Bullen, die sind ganz friedlich.“

Von Sascha Hoffmann

Fotos vom Weideauftrieb

Weideauftrieb auf den Dörnberg

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Hoffmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare