Treffen einmal im Monat

„Freunde des Mittelalters“ aus Zierenberg tauchen in die Vergangenheit ein

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Erwecken das Mittelalter zum Leben (von hinten links): Ralf Gilly (Bogenschütze), Stefan Euler (Händler und Bogenschütze), Ralf Schröter (Bogenschütze und Knappe), Jürgen Drieße (Bauer), Jan Münder (Knecht), Lothar Kessler (Schmied), Viola Stitz (Edelfrau), (von vorne links): Yvonne Bechstein (Bogenschützin), Vorsitzender Thomas Schneider (Thomas Freiherr von Thirberg) und Ulrike Gilly (Harfenspielerin). Foto: pju

Zierenberg. Bogenschießen, Harfe spielen, Schwerte schmieden und mit einer Spindel spinnen – im Zierenberger Verein „Freunde des Mittelalters“ dreht sich alles um die Zeit der Burgen, Ritter und Hofdamen. Einmal im Monat treffen sich die 14 Vereinsmitglieder, um gemeinsam Bogen zu schießen und Spaß zu haben.

So bereiten sich die Mitglieder auch auf Wettkämpfe vor, die sich um das Thema Mittelalter drehen.

Ein ruhiges Zeitalter

Hinweis:

Mitte des Monats treffen sich die Mitglieder beim „Kastellan zu Bunon“ Thomas Schneider, in der Kasseler Straße 2 in Zierenberg. Bei Fragen oder Interesse Kontakt unter 05606-2486.

„Das Mittelalter war nicht düster“, sagt Kassenwartin Viola Stitz. Inhaltlich steht die Zeit des 12. Jahrhunderts im Mittelpunkt des Vereins. Es sei ein sehr ruhiges Zeitalter gewesen, abgesehen von einzelnen Fehden. „Zu der Zeit waren die Frauen sehr gebildet.“ Das habe sich aber mit der Hexenverfolgung geändert. „Früher waren die Männer alle Machos“, so Viola Stitz. „Und viele Männer hatten ein Problem damit, dass die Frauen schlauer waren.“ Für die Kassenwartin hat der Verein einen ganz besonderen Stellenwert. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und helfen uns gegenseitig – auch privat.“ Durch das Mittelalter werde das Bewusstsein geschärft. „Wir erkennen dadurch, wie gut es uns heute geht“, so die Kassenwartin. Holz hacken, Wasser schleppen und Feuer machen sei nicht nur anstrengend, sondern koste auch viel Zeit.

Jedes Vereinsmitglied schlüpft in eine Rolle, die maßgeschneidert zu ihm passt. „Der Verein steht für das Nachleben des Mittelalters“, sagt Viola Stitz, die das Gewand einer Edelfrau und den Titel Anna Freifrau von Eichsfeld trägt. „Wir haben das Glück, das wir einen Schmied, eine Gewandschneiderin, Harfenspielerin und einen Händler haben.“

Um im Verein mitzumachen, brauche man keine besonderen Kenntnisse oder Talente. „Jeder kann mitmachen“, sagt die Kassenwartin. Je nach Wissensstand und Kenntnissen gebe es „Einstufungen“. „Die Frauen beginnen als Magd, weiter geht es mit der Kammerzofe bis hin zur Edelfrau.“ Männer fangen als Knappen an und „arbeiten“ sich vom Junker zum Ritter hoch. (pju)

Quelle: HNA

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