Ehemaliger Zwangsarbeiter zu Gast in Metze

Freundschaft aus der schweren Zeit

Freunde: Marius Paulus Hendriks (links) war 19 Jahre alt, als er nach Kassel kam. Neben ihm sein Freund Henk Vogel, der ebenfalls nach Deutschland zur Zwangsarbeit gebracht wurde. Foto: privat

Metze. Er kam aus der Hölle und fand Zuflucht in Metze: Marinus Paulus Hendriks, 88 Jahre alt, verbindet seine Geschichte mit Nordhessen und speziell mit Metze und der Familie Soose.

Hendriks war Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg. Mit 19 Jahren musste der gelernte Polsterer 1942 seine Heimat verlassen, um in Deutschland zu arbeiten.

Er erinnert sich noch genau an die Zugfahrt im Güterwagon über Köln und Frankfurt nach Kassel. Dort wurde er dem Möbelhaus Jürgens zugeteilt und musste wenig später zu Möbel-Salzmann nach Bettenhausen wechseln. Nach der Bombardierung Kassels 1943, kam er nach Melsungen. Salzmann hatte dort eine Filiale. „Kassel war schon schlimm gewesen, aber Melsungen war die Hölle“, erinnert sich Hendriks.

Er und ein Leidensgenosse rissen aus. Sie wussten, dass Möbel-Jürgens in Metze eine Schreinerei hatte, also schlugen sie sich dorthin durch. Tatsächlich konnten sie wieder für Jürgens arbeiten, aber erlaubt war das nicht. Der Chef half den beiden jungen Männern, organisierte einen Schlafplatz im Hause der Familie Schweinebraten und ein warmes Mittagessen bei Minna Hahn, der Mutter von Auguste Soose.

Seitdem sind sie Freunde

Seither verbindet eine enge Freundschaft den einstigen Zwangsarbeiter mit der Familie Soose. Als Hendriks nach Kriegsende 1945 endlich in die Niederlande zurückkehren durfte, vergaß er das Dorf und die Menschen, die ihm geholfen hatten, nicht. Allerdings reiste Hedriks erst 1960 wieder nach Deutschland, gemeinsam mit seiner Frau Henrika . „Metze fühlt sich an wie Heimat“, sagt Hendriks. Zwei- bis dreimal im Jahr waren beide bei Sooses zu Gast und auch heute kommt Onkel Henri – wie er in Metze genannt wird – noch zu Besuch. Gerade war er gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn wieder zu Gast. Es ist eine Freundschaft, die in Zeiten der Not geschlossen wurde und die bis heute hält. Foto: Eberlein

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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