Gelage auf dem Schulhof

Frielendorfer Grundschule immer wieder Ziel von Vandalen

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Schuleingang gleicht einer Gefängnispforte: Die Gitter sollen verhindern, dass sich außerhalb der Schulzeiten Jugendliche in dem überdachten Bereich aufhalten. 

Frielendorf. Die Schüler der Palmbergschule sind geschockt: Immer wieder ist die Frielendorfer Grundschule das Ziel von Vandalen. Zwei Mal brannten dort kürzlich Mülltonnen.

Solche Anschläge sind allerdings kein Einzelfall. Das Problem bestehe bereits seit Jahren, bestätigt Schulleiter Michael Seim. „Auch die Verunreinigung des Schulgeländes durch Urinieren, Bekoten sowie Scherben und gebrauchte Kondome bis hin zu Rasierklingen im Sandkasten sind ein wiederkehrendes Problem“, erklärt Sabrina Wischrath, die Vorsitzende des Fördervereins der Palmbergschule.

Immer wieder eskalieren Treffs und Trinkgelage von Jugendlichen dort, so Seim. Dies sei mit einer Szene rund um den benachbarten Rewe-Getränkemarkt in Verbindung zu bringen, meint auch Frielendorfs Jugendpfleger Thomas Trieschmann. Dort kämen die Jugendlichen relativ leicht an Alkohol. Häufig werden dann die Partys auf dem Schulgelände fortgesetzt.

Der Landkreis als Schulträger sieht seine Möglichkeiten ausgereizt. Erst vor Kurzem wurde ein Hochfrequenz-Sendemast auf dem Gelände installiert, der Jugendliche außerhalb der Schulzeit fernhalten soll. Dasselbe gilt auch für ein Gitter vor dem überdachten Eingangsbereich. Immer wieder war es dort zu Sachbeschädigungen gekommen. Teilweise sei sogar die neue Isolierung samt Putz von den Wänden gerissen worden, so Seim. Auch die Hecken, der natürliche Sichtschutz, wurde zurückgeschnitten.

Der Schulleiter wünscht sich wieder die Phase zurück, als Objektschützer – Ein-Euro-Jobber – die Schulen im Landkreis kontrollierten. Der Bund habe mit dem Einstellen seiner Förderung das Aus für den Objektschutz besiegelt, erklärt Jens Becker, zuständig für die Gebäude des Kreises. Eine Wiederauflage ist nicht in Sicht. Die technischen Voraussetzungen für eine Verbesserung der Situation habe der Kreis geschaffen.

Involviert ist der Arbeitskreis Sicherheit, in dem sich neben dem der Kreisverwaltung, den Schulen und der Sparkassenversicherung auch die Polizei engagiert. Die fährt vermehrt Streife und spricht gegebenenfalls Platzverweise aus, sagt Polizeisprecher Markus Brettschneider. Nun gelte es, nicht zu resignieren, aber eine andere Stimmung zu schaffen, meinen die Beteiligten – auch die Nachbarn der Schule zu sensibilisieren.

Der Jugendpfleger versucht, über einen Mitarbeiter mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten – was sich als schwierig erweist. Man komme nicht an die Jugendlichen heran, da es keine homogene Gruppe sei: „Grundsätzlich wollen wir als Jugendpflege agieren und nicht als Hilfswachleute.“

Quelle: HNA

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