Frielendorfer Weltenbummlerin ist nach drei Jahren zurück in Deutschland

Finale: Nicole Franke und Tobias Pieper erreichten am Wochenende nach einer Gesamtdistanz von 48 000 Kilometern wieder Oldenburg in Niedersachsen.

Oldenburg/Frielendorf. Anfangs war es ein Traum, eine verrückte Idee. Nach China wollten sie radeln, auf dem Weg möglichst viele Länder und Kulturen erleben - eine Auszeit, Sinnsuche nach dem Studium.

Am Ende umrundeten Nicole Franke aus Frielendorf und Tobias Pieper aus dem nordrhein-westfälischen Enger bei Herford mit dem Fahrrad die Welt.

Im März 2009 noch hatte Nicole Franke mit ihrem Freund einen Zwischenstopp in der alten Heimat am Silbersee eingelegt (wir berichteten), dann ging es los um die Welt. Neben Europa und Asien bereisten sie Australien und Amerika, durchquerten 31 Länder.

Nach 49.263 Kilometern und 78 Mal Reifenflicken sind die beiden am Wochenende wieder am Ausgangspunkt ihrer Reise eingetroffen, in ihrem Studienort Oldenburg in Niedersachsen.

Bergkulisse: Im August 2009 erreichten Nicole Franke und Tobias Pieper Osh in Kirgistan. Fotos: dpa

Bei blauem Himmel und frostigen Temperaturen erwarteten Familie und Freunde die beiden Abenteurer sehnsüchtig. Bei der Begrüßung flossen Freudentränen, fast drei Jahre nach dem Aufbruch des jungen Paares war die Wiedersehensfreude immens. „Mir fehlen die Worte vor Glück“, sagte Nicoles Mutter Bärbel Franke (54). Auch ihre 28-jährige Tochter und deren Freund zeigten sich überwältigt vom Empfang. Zugleich sei ihm mulmig zumute, gab der 31-Jährige Tobias Pieper zu: „Das Leben, was man drei Jahre lang gelebt hat, ist nun vorbei.“

Leben als Radnomaden

Es war ein Leben als Radnomaden, wie die beiden sich gern nannten – einfach und überschaubar. Täglich entdeckten sie Neues und Unbekanntes, genossen die permanente Abwechslung. „Dabei war das schönste Erlebnis die Gastfreundschaft auf der ganzen Welt“, resümiert Nicole Franke, die wie ihr Freund Landschaftsökologie studiert hat. Häufig hätten ihnen Fremde Essen, ein Bett oder einen Platz zum Zelten angeboten. „Negativ ist sicher die Beobachtung, dass sich der Mensch auf diesem Planeten rücksichtslos in Bezug auf Natur und Umwelt verhält.“ Nun träumen die beiden Weltenbummler von einem Hof, wo sie sich mit Obst und Gemüse selber versorgen, Hühner und Ziegen halten können. „Wir haben erlebt, dass wir klein und einfach leben können“, sagt Pieper. Zwei Jahre und neun Monate lang zehrte das Paar überwiegend von Erspartem, jobbte zwischendurch in Australien und ergänzte mit Hilfe von Sponsoren die Reiseausrüstung.

Weihnachten mit Familie

„Das Fernweh, wo hat sie das her?“, fragt sich Mutter Bärbel Franke manchmal. Ihre Tochter loszulassen habe sie erst lernen müssen. „Aber diese Abenteuerlust zu verspüren, da mitzufiebern, das hat mir auch ein Stück Jugend und Freiheit gegeben.“

Nicole Franke will nun bei ihren Eltern in Frielendorf die Feiertage verbringen. Nach Heiligabend 2010 in Neuseeland oder Heiligabend 2009 zeltend auf einem Dorfsportplatz in Vietnam mit Nudeln, Gemüse und Bier am Bambus-Lagerfeuer sei das sicherlich eine Umstellung, gibt die 28-Jährige zu. (red)

Quelle: HNA

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