Weidelsburg: Verunreinigungen und Zerstörungen - Förderverein mahnt zu Rücksicht

Frische Pferdeäpfel im Ostturm

Heinrich Bachmann

Ippinghausen. Da war für Heinrich Bachmann das Vergnügen am Spaziergang zur Weidelsburg schlagartig verdorben: Im Ostturm der mit viel Aufwand sanierten Burgruine fand der Vorsitzende des Fördervereins zur Erhaltung der Weidelsburg einen üppigen Haufen frischer Pferdeäpfel vor.

Daneben war auf einer Fläche von einem guten Quadratmeter zum Treppenaufgang hin das Basaltmaterial auf dem Boden zehn Zentimeter tief von Pferdehufen weggescharrt.

Bachmann hat sich nicht allein deswegen geärgert, weil der Reiter beziehungsweise die Reiterin die Hinterlassenschaft ihres Zossen nicht beseitigt und die Kuhle im Boden nicht wieder ausgefüllt hat.

Beim Abstieg vom Burgberg wählte Bachmann die Route über den Zick-Zack-Weg. „Hier konnte ich ebenfalls einwandfrei Hufspuren erkennen“, sagte Bachmann. Kurz vor oder während der Weihnachtstage müsse also jemand mit einem Pferd vom Katzenloch über den Zick-Zack-Weg zur Weidelsburg hinauf bis in den Ostturm geritten sein. Es sei unverantwortlich, ein Pferd am steilen Basaltabhang auf feuchten, rutschigen Basaltstufen sowie auf feuchten Basaltstufen vom Burginnenhof bis zum Ostturm in derart große Gefahr zu bringen.

Erst im November wurden im Ostturm mutwillige Zerstörungen an der Drainage und am Blitzableiter beseitigt. Außerdem wurde eine neue Basaltdeckschicht aufgebracht. Rund 2000 Euro kostete das den Hausherrn, das Forstamt Wolfhagen.

Der Förderverein zur Erhaltung der Weidelsburg bittet alle Liebhaber von Nordhessens größter Burgruine um besondere Aufmerksamkeit und Meldung von Beobachtungen von Zerstörungen an das Forstamt Wolfhagen (05692/98980) oder an den Vorsitzenden des Fördervereins, Heinrich Bachmann (05692/4707, bachmann.heinrich@t-online.de).

Seit 2009 haben Hessen-Forst und der Förderverein neben viel Zeit und ehrenamtlichem Einsatz auch rund 800 000 Euro für die Sanierung des Bau- und Kulturdenkmals investiert, damit es auch weiterhin begehbar für die interessierte Öffentlichkeit und für spätere Generationen erhalten bleibt, macht Heinrich Bachmann deutlich.

Der Förderverein sehe aber die Gefahr, dass es wegen des nicht zu akzeptierenden Verhaltens einzelner künftig zu Einschränkungen beim Besuch der Burg kommen könnte. (nom)

Quelle: HNA

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