Betriebe im Keis suchen dringend Personal

Friseuren mangelt es an Nachwuchs

Schwalm-Eder Dem Friseurhandwerk im Landkreis läuft der Nachwuchs davon: 46 Friseure im Kreis waren 2012 in Ausbildung, 2011 waren es 61 und 2010 noch 70. Die Zahlen sinken weiter.

„Immer weniger junge Menschen lernen den Beruf“, sagte Innungsmeister Dirk Schaller. Der Ausbildungsmarkt sei eine Katastrophe. Die Beruflichen Schulen in Ziegenhain schließen den Friseurzweig zum nächsten Schuljahr, wie der stellvertretende Schulleiter Ralf Kindler bestätigte. Die verbleibenden Schüler werden dann in der Homberger Berufsschule unterrichtet, bestätigte deren Schulleiter Rainer Glanz. Dort gibt es nur noch eine Klasse für den gesamten Kreis. Betriebe haben Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden, und auch die Anstellung von Gesellen wird problematischer. „Gerade kleinere Betriebe in den Randbezirken sind davon betroffen“, sagte Schaller.

Zurzeit sind 106 Friseurbetriebe im Landkreis bei der Friseur-Innung Schwalm-Eder Mitglied, sagte Wolfgang Scholz, Sprecher der Kreishandwerkerschaft. Er bestätigt, dass der Markt für Friseure schrumpfe. Das habe auch etwas mit der Bevölkerungsentwicklung zu tun. „Je weniger Menschen es gibt, desto weniger Friseure werden benötigt“, sagte er. Dennoch glaubt er, dass noch genügend Fachkräfte auf dem Markt seien, weil lange Zeit gut ausgebildet worden sei. Schaller meint, die unattraktiven Arbeitszeiten und die schlechte Bezahlung führe zu der mangelnden Nachfrage. Die guten Schüler suchten sich andere Berufe, die schlechteren seien nicht genügend auf den Beruf vorbereitet.

Die Bezahlung für Friseure soll geändert werden: Ab dem 1. August wird der Tariflohn angehoben und soll bis August 2015 den Mindestlohn von 8,50 Euro erreichen. Die Kunden müssten sich dann aber auf höhere Preise einstellen.

Lohnerhöhung bis zum Mindestlohn

 

Ab August verdienen Friseure 7,50 Euro pro Stunde. Mitte Sommer des nächsten Jahres wird der Stundenlohn auf 8 Euro angehoben und ab 2015 den gesetzlich geforderten Mindestlohn von 8,50 erreichen, teilte Sarah Heeder-Himmelreich, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Friseure mit. Der Lohn für Friseure ist bisher in Lohngruppen eingeteilt. Die Geschäftsführerin des Landesverbands der Friseure, bestätigt einen leichten Rückgang der Auszubildenden in Hessen. Auszubildende sollen daher künftig auch mehr Geld bekommen Zurzeit erhalten Auszubildende im ersten Lehrjahr 365 Euro, im zweiten, 440 Euro, und im dritten 520 Euro. (zyx)

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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