Uhu wurde in Fritzlar gesund gepflegt - Schauenburger Ehepaar hatte ihn entdeckt

Fritzchen ist wieder frei

Ein Bild des Jammers: Völlig ermattet und mit einem hängenden Flügel fand die Schauenburger Familie Fraedrich den Uhu, der später den Namen Fritzchen erhielt, im Firnsbachtal. Alfons Bischof aus Fritzlar hat ihn kürzlich ausgewildert. Das kleine Bild zeigt daher einen anderen Uhu, der durch einen Dörnhagener Tierschützer aufgepäppelt wurde. Fotos: Schreiber, Wienecke

Fritzlar/Schauenburg. Fünf Tage, nachdem er ihn ausgewildert hatte, machte Uhu Fritzchen seinem Retter das schönste Geschenk: Er zeigte sich fliegend am Himmel. „Dann wird er es auch schaffen“, freut sich Alfons Bischof, der das völlig entkräftete Tier zuvor mehrere Monate lang gesund gepflegt hatte.

Dass dies überhaupt möglich war, verdanken Uhu und Tierschützer den Schauenburgern Martin und Herlinde Fraedrich. Wie berichtet, entdeckte das Ehepaar die große Eule unweit des eigenen Hauses im Unteren Firnsbachtal in Elgershausen. Mit hängendem Flügel zeigte sich das nachtaktive Tier am Tag und saß apathisch auf einer Holzbank.

Ehepaar kam zu Besuch

Zunächst informierte die Familie den Vogelschutzbeauftragten der Gemeinde Schauenburg, Ludwig Fingerling, und schaltete Förster Karsten Holzkamp über das Forstamt Wolfhagen ein. Da Greifvögel sehr scharfe Krallen und Schnäbel haben, wurde der Uhu mit Handschuhen eingefangen und zur Auffangstation für Greifvögel nach Fritzlar gebracht.

Alfons Bischof nannte seinen Schützling „Fritzchen“, redete ihm gut zu und päppelte ihn auf. „Seine Flügel war nicht gebrochen“, berichtet er. „Der Uhu war so kraftlos, er wäre verhungert, wenn man ihn nicht eingefangen hätte“, sagt der 81-Jährige.

In Volieren und Gehegen in seinem Garten pflegt er nicht nur verletzte Greifvögel, auch Rehe und Eichhörnchen hat er aufgenommen. „Ich habe mich schon als Schuljunge für Tiere interessiert“, sagt er.

Dass die Familie Fraedrich den Uhu sogar mehrfach besucht hat, fand der Fritzlarer besonders schön. Nachdem der erste Versuch, das Tier an Sandgrube und See wieder in die Freiheit zu entlassen, scheiterte. Weil der Uhu nur hopste und nicht flog, fing der Tierschützer ihn wieder ein und wilderte ihn drei Wochen später erfolgreich ohne Publikum aus.

„Ich war mir sicher, dass er fliegen kann“, sagt Alfons Bischof. Auch einen Fischadler, der eine Verletzung durch einen Draht erlitten hatte, konnte er inzwischen wieder in die Natur entlassen.

„Schöne Augen“

Herlinde Fraedrich und ihr Mann sind froh über den glücklichen Ausgang. „Ein Uhu ist ein beeindruckender Vogel. Er hat wunderschöne orangefarbene Augen, mit denen er einen direkt anschaut“, schwärmt die 73-Jährige.

HINTERGRUND LINKS

Von Bettina Wienecke

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare