Gebäude kostete 130.000 Euro

Fritzlar erhielt den Zuschlag: Stadt übernimmt die Roland-Stuben am Marktplatz

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Hier könnten bald die Tourist-Info und das Stadtmarketing ihren Sitz haben: Die Stadt Fritzlar hat das Gebäude Marktplatz 17 (Roland-Stuben, links) gekauft und möchte es zu einem Bürgerinformationszentrum umbauen.

Fritzlar. Die Stadt Fritzlar hat den Zuschlag erhalten: Für 130 000 Euro hat sie am Freitag das Gebäude Marktplatz 17 übernommen. Sie war bei dem Zwangsversteigerungsverfahren vor dem Amtsgericht Fritzlar die einzige Bieterin.

Bürgermeister Hartmut Spogat sprach von einem „soliden Preis“. Mit dem Kauf nimmt die Stadt eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem möglichen Bürgerinformationszentrum.

Die Ausgangslage

Bislang war die Stadt mit 50 Prozent Miteigentümerin des Gebäudes, das sich in ein Erdgeschoss und zwei Vollgeschosse aufteilt. In den oberen Geschossen gibt es insgesamt drei Wohnungen. „Die werden bleiben“, kündigte Hartmut Spogat an. Im Erdgeschoss waren einst die Roland-Stuben untergebracht. Bis Ende April stand die ehemalige Kneipe leer. Dann zog die Flüchtlingshilfe Fritzlar mit ihrem Begegnungscafé ein. Schon damals war klar, dass es sich dabei nur eine Übergangslösung handelt (wir berichteten). Die Stadt will die Flüchtlingshilfe bei der Suche nach einem neuen Treffpunkt unterstützen.

Die Idee

Hinter dem Kauf des Gebäudes steht eine Idee: In dem Haus und im Innenhof soll – sofern das Parlament zustimmt – ein Bürgerinformationszentrum entstehen. In das Erdgeschoss könnten die Tourist-Information und das Stadtmarketing ziehen. Derzeit hat die Tourist-Info ihren Sitz im Spitzenhäuschen. „Das ist jedoch sehr eng und nicht barrierefrei“, wie Spogat erklärt. Auch weitere externe Dienstleister könnten das Gebäude nutzen. Welche das sind, wollte der Bürgermeister auf HNA-Anfrage nicht sagen.

Im Innenhof stehen der Stadt 500 Quadratmeter zur Verfügung. Das wäre genug Platz für einen Verwaltungsneubau. Spogat schwebt vor, dass die Fritzlarer ihre Routineabläufe künftig alle im Erdgeschoss erledigen können. Aufgaben aus den Sachgebieten Einwohnermeldeamt, Passwesen, Gewerbeangelegenheiten und Steueramt wären dann auf einer Ebene zu erreichen.

Wie das Gebäude genau aussehen soll und welche Verwaltungsaufgaben wo untergebracht werden, steht noch nicht fest. „Es gibt noch keine Planung“, so der Bürgermeister. Er hofft, dass noch in diesem Quartal mit den Planungen begonnen werden kann. „Ich würde mich freuen, wenn 2019 alles fertig ist“, gibt Spogat den Zeitplan vor.

Die Kosten

Wie teuer der Um- und Neubau sein werden, ist unklar. „Das Gebäude ist sanierungsbedürftig“, erklärte der Rathauschef. Kostenschätzungen seien schwierig. Vielleicht bekommt die Stadt finanzielle Unterstützung aus dem Landesprogramm „Aktive Kernbereiche“. Ende Januar soll es Gespräche mit dem Ministerium und der WI-Bank geben.

Das sagt die Flüchtlingshilfe: „Wir würden gerne im Zentrum bleiben“ 

„Es ist schade, dass wir uns möglicherweise verabschieden müssen“, sagt Hilmar Liese. Erst im April war die Flüchtlingshilfe Fritzlar mit ihrem Treffpunkt in die ehemaligen Roland-Stuben gezogen. Für den Sprecher der Flüchtlingshilfe war die Lage am Marktplatz „hervorragend“. Liese hofft auf eine geeignete Alternative in der Nähe: „Es wäre schön, wenn wir im Zentrum bleiben könnten.“

Quelle: HNA

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