Baustart verzögert

Fund aus 11. Jahrhundert: Altbau bleibt erhalten

Bauarbeiten können beginnen: Jochen Schneider von DGS zeigt, wie sich St. Wigbert und das angrenzende Gelände verändern werden. Insgesamt entstehen 23 Eigentumswohnungen, von denen nur noch vier zum Verkauf stehen. Fotos: Yüce

Fritzlar. Schüler gehen schon seit Monaten nicht mehr in das alte Gebäude. Jetzt ist auch der kleine Fachwerkanbau abgerissen. Der Rest von St. Wigbert im Herzen von Fritzlar soll aber bleiben. Und nun können die Bauarbeiten auch beginnen.

„Die Zeiten der Planung und der Projektentwicklung sind vorbei. Es kam aber zu einer Verzögerung von zwölf Wochen, weil eine historische Grundsteinmauer aus dem 11. Jahrhundert bei Erdarbeiten gefunden wurde“, sagt Jochen Schneider von der Planungsgesellschaft DGS.

Das Amt für Denkmalpflege habe die Mauer schließlich freigelegt. Die Denkmalpfleger haben ihre Arbeiten mittlerweile beendet. Der symbolische Erste Spatenstich für den Neubau soll am Sonntag erfolgen. Die Fertigstellung ist für Ende 2013 geplant.

Insgesamt 23 Eigentumswohnungen entstehen im Fritzlarer Stadtkern. Nicht nur in dem einstigen Schulgebäude, sondern auch in direkt angrenzenden Neubauten. Diese werden mit einem Treppenhaus mit dem Altbau verbunden. Insgesamt werden drei neue Häuser entstehen.

Kurze Wege

Fundstück: Eine Grundsteinmauer aus dem 11. Jahrhundert.

Den Investoren, Jürgen Draude, Christian Gerlach und Jochen Schneider, war wichtig, dass der Altbau erhalten bleibt. Sie haben die Gesellschaft DGS gegründet, um die Bauten zu errichten. Der Altbau erhalte ein neues Dach, und das Gebäude werde behindertengerecht saniert. Dazu gehören zum Beispiel ein Fahrstuhl, extra breite Türen und Duschen, die man auch mit einem Rollstuhl befahren könnte. Somit seien die Gebäude barrierefrei, also gerade auch für ältere Menschen geeignet. Allerdings gehörten Familien ebenso zur Zielgruppe, so Schneider. Außerdem werden weitere Parkplätze am Burggraben geschaffen. „Kurze Wege sind wichtig“, sagt Schneider, der aus Frielendorf stammt. Er ist Statiker und Bauleiter. Von 48 bis 100 Quadratmeter sind die Wohnungen groß.

DGS baut die Wohnungen und will sie dann verkaufen. Die Investitionen bezifferten die Gesellschafter auf 4,5 Millionen Euro. Die Wohnungen sollen in gehobenem Standard geplant werden, heißt es, dazu gehört unter anderem Holzparkett. Als Preisbeispiel nennt die Firma eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Balkon (92 Quadratmeter) für 234.600 Euro

Auch die historische Villa Buttlar auf dem Gelände bleibt stehen. Die Arbeiten an dem Haus, in das Arztpraxen einziehen werden, laufen bereits auf Hochtouren. Im Erdgeschoss sollen ein Café und ein Aufenthaltsraum eingerichtet werden.

www.dgs-fritzlar.de

Quelle: HNA

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