Nachfrage bestimmt bei Bauplätzen den Preis

Grundstücke sind knapp: Fritzlar besonders begehrt

Fritzlar. Häuslebauer haben es derzeit nicht leicht, wenn sie in Fritzlar auf der Suche nach Grundstücken sind. Oft sind die Flächen, die zum Verkauf stehen, ganz schnell vergriffen oder im Vergleich zu anderen Städten im Schwalm-Eder-Kreis teuer.

65 bis zu 250 Euro (aus privater Hand) kosten die Bauplätze pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Borken zahlt man für einen Quadratmeter Bauland durchschnittlich 50 Euro, in Gudensberg 65 und in Homberg kostet das teuerste Bauland 75 Euro.

Dabei ist auch Fritzlar daran gelegen, gerade auch jungen Familien die Möglichkeit zu bieten, ein Haus zu bauen. „Wir haben noch etwa 30 städtische Bauplätze im Stadtbereich“, sagt Bürgermeister Hartmut Spogat. Dazu zählen neben der Kernstadt und dem Roten Rain auch die Stadtteile.

Allerdings werde man in den nächsten neun Jahren in den Dörfern keine neuen Baugrundstücke ausweisen. Grund dafür ist das Dorferneuerungsprogramm. „Wir wollen die Ortskerne beleben.“ Daher dürften zwar Restplätze in den Ortskernen bebaut, doch keine neuen Grundstücke an den Dorfrändern ausgewiesen werden. „Die Stadtteile sollen nicht ausbluten“, sagt Spogat.

Wenn die Nachfrage weiter steige, werde man versuchen, in der Kernstadt Angebote zu machen. „Es gibt Optionsflächen. Ich könnte mir ein Baugebiet Roter Rain 4 vorstellen“, sagt Spogat. Doch noch gebe es am Roten Rain Grundstücke. Auch im Bereich neuer Friedhof (Gartenstraße) gebe es Möglichkeiten. Allerdings müsse das erst geprüft werden. In absehbarer Zeit werde daher nichts ausgewiesen.

Zudem müssten auch Verhandlungen geführt werden. Denn die Grundstücke seien nicht immer im städtischen Besitz. Manche müssten von Privatleuten gekauft werden. „Das machen wir nur, wenn der Preis stimmt“, sagt Spogat. Einige Eigentümer hätten sehr hohe Preisvorstellungen.

In Fritzlar scheint eine einfache Regel zuzutreffen: Die Nachfrage bestimmt den Preis. Vor allem die Lage und die Versorgung in der Stadt sprächen für Fritzlar als Wohnort, sagt Spogat. Und damit scheint er recht zu haben, denn kaum wurde ein neues Wohngebiet an der alten Kasseler Straße – gegenüber Autohaus Range – ausgewiesen, waren auch schon die ersten Grundstücke verkauft.

Etwa 65 000 Euro kostet das Bauland dort – unabhängig von der Größe. „Die Nachfrage ist groß. In den ersten sechs Wochen wurden von den 20 Grundstücken schon sechs reserviert“, sagt Peter Hrycak von der Firma Brautäcker.

Nicht nur die Nachfrage nach Grundstücken ist in Fritzlar groß, auch Eigentumswohnungen sind gefragt: Allein drei Projekte mit je acht bis 16 Eigentumswohnungen entstehen in 2013. Der erste Spatenstich ist noch nicht erfolgt und bereits viele der seniorengerechten Wohnungen verkauft. „Dass heißt, dass viele sich für Fritzlar als Alterssitz entscheiden“, so Spogat.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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