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Fritzlarer Raumausstatter Lösbrock feiert 100-jähriges Jubiläum 

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100 Jahre an einem Standort: Das Familienunternehmen Lösbrock hatten seinen Sitz alle die Jahre an der Gießener Straße. 

Fritzlar. Wenn Franz und Elke Lösbrock Tatort gucken, geht es ihnen nicht nur um einen spannenden Fernsehabend. Sie schauen genau auf die Inneneinrichtung. 

Was im Fernsehen zu sehen ist, entspricht dem Zeitgeist. Und der kennt derzeit keine Gardinen. „Das war früher anders, da gab es kein Fenster ohne“, erinnert sich Elke Lösbrock.

Sie kennt die Argumente der Gardinen-Kritiker. Zu aufwendig, zu viel Arbeit. „Das stimmt nicht“, sagt Elke Lösbrock und wirbt sogleich für die Gegenbewegung. „Gardinen können das Fenster viel breiter wirken lassen.“ Das Auf und Ab der Gardine ist nur eine Entwicklung, die die Lösbrocks mitgemacht haben. Sie führen das Raumausstatter-Unternehmen in dritter Generation. Ihr Haus besteht seit 100 Jahren. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Franz Lösbrock und erzählt: Früher gab es im Nordhessen drei Innungen: Kassel mit dem Landkreis, Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Doch die Zeiten sind vorbei. Inzwischen gibt es nur noch eine Innung – mit gut 20 Betrieben.

100 Jahre an einem Standort: Das Familienunternehmen Lösbrock hatten seinen Sitz alle die Jahre an der Gießener Straße.

Die Firmengeschichte der Lösbrocks begann 1919. Franz Jäger gründete an der Gießener Straße in Fritzlar ein Lederwaren- und Sattlergeschäft. 1959 übernahm Henrich Lösbrock und erweiterte das Sortiment um die Gardine und den Sonnenschutz. Der große Umbruch folgte 1967. Heinrich Lösbrock kaufte das benachbarte Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert, riss es ab und baute neu. Seitdem gibt es die Waren auf 130 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Für den Verkauf vorne und die Buchführung hinten ist Elke Lösbrock zuständig. Sie fand an der Gießener Straße erst einen Job, dann die große Liebe. Seit 1991 arbeitet die Einzelhandelskauffrau im Familienbetrieb. Ihre Eltern hatten einst ein Textilgeschäft. „Ich habe immer mit Stoffen gearbeitet“, sagt die 54-Jährige. Sie wusste bei der Hochzeit mit Franz Lösbrock 1992 ganz genau, worauf sie sich einlässt. Sie kennt es, rund um die Uhr für die Kunden da zu sein.

100 Jahre Lösbrock. Das ging nur, weil die Firma immer wieder auf Entwicklungen reagiert hat. „Wir haben immer wieder unser Sortiment bereinigt“, erklärt Elke Lösbrock. Über Jahre verkauften, verlegten und pflegten die Lösbrocks Teppichböden. Doch dem Teppich erging es wie der Gardine. Er wird kaum mehr nachgefragt. „Es sind alles glatte Böden“, sagt der 54-jährige Franz Lösbrock. Sein Steckenpferd ist neben Polsterwerkstatt, Lederwaren sowie Gardinen und Dekostoffen inzwischen der Sonnen- und Insektenschutz. „Das ist das große Thema.“ Vielleicht kommt ja auch die Gardine noch einmal groß heraus. Die ersten Anfragen gibt es bereits.

Quelle: HNA

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