Freitags sind sie Studenten

Fritzlarer und Homberger Schüler erproben das Uni-Leben

Schwalm-Eder/Kassel. Wer studiert hat, kann sich oftmals lebhaft an die Anfangszeit an der Universität erinnern: Im ersten Semester irrte man auf dem Campus herum, suchte verwirrt die Bibliothek und bemühte sich, in den riesigen Hörsälen Unsicherheit und Angst vor den Kommilitonen zu verbergen.

Um den Beginn an der Universität zu erleichtern und Schülern zu zeigen, was Studieren bedeutet, hat die Universität Kassel mit der König-Heinrich-Schule in Fritzlar und der Theodor-Heuss-Schule in Homberg eine Kooperation gestartet. In dem Projekt "Schüler lernen studieren" besuchen 97 Schüler der 12. Klasse, während ihrer Politik- und Wirtschaftskurse ein Jahr lang jeden zweiten Freitagnachmittag die Universität.

Auf dem Stundenplan stehen Vorlesungen und Tutorien sowie Einführungen in die Bibliothek und das wissenschaftliche Arbeiten. "Ich will genau erfahren, was auf mich zukommt, wenn ich ein Studium beginne", sagt THS-Schüler Kevin Kornfeld.

Gegenüber anderen Studienanfängern habe er so künftig einen Vorteil. "Durch das Projekt werden Ängste abgebaut", findet auch Nadine Geismar (KHS).

An den Schulen wird das Projekt von den Lehrern Dr. Manfred Kieserling und Dr. Francois Beilecke betreut. "Unsere Ziele bestehen darin, dass sich die Schüler sicher an der Uni bewegen können und die Grundzüge des wissenschaftlichen Arbeitens verstanden haben", erklärt Kieserling.

Anfangs sei es schwierig gewesen, Sponsoren zu finden. Nun haben sich die Kreissparkasse Schwalm-Eder und die Firma B.Braun bereit erklärt, für die Transportkosten zwischen Schule und Universität aufzukommen.

Auch die Uni Kassel schultert einen Teil der Kosten, indem sie Räume bereitstellt und die Lehre finanziert. "Für uns ist das vor allem eine gute Gelegenheit, mit möglichen künftigen Studierenden in Kontakt zu kommen und sie vom Wert eines Hochschulstudiums zu überzeugen", erklärt Prof. Dr. Bernd Overwien, Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften. "Wir wollen so eine realistische Erwartungshaltung bei den Schülern bewirken", ergänzt Prof. Dr. Michael Haus. Vermittelt werden soll eine klare Vorstellung von dem, was ein Studium beinhaltet. Zudem sollten Vorurteile entkräftet werden.

Dass die Vorlesung immer um "Viertel nach" (cum tempore) beginnt und dass Studierende selber entscheiden dürfen, was sie mitschreiben, haben die Schüler bereits gelernt. "Wir sind gespannt, was weiter auf uns zukommt", sagt Lena Ackermann aus Homberg.

Quelle: HNA

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