Der Fritzlarer Marktplatz wird nach neuneinhalb Monaten wiedereröffnet

Fritzlar. In vielen Häusern war früher die gute Stube der Raum, der nur zu besonderen Gelegenheiten benutzt wurde. In Fritzlar ist das anders: Der Marktplatz, die gute Stube der Stadt, ist Treffpunkt und Aushängeschild für Einheimische und Gäste.

Nach neuneinhalb Monaten Bauzeit erstrahlt der Marktplatz im neuen Glanz. Das wird am Wochenende mit einem großen Fest gefeiert (weiterer Artikel). Besonders ins Auge fällt die fest installierte Bühne am östlichen Ende des Platzes. Sie wird von einem Segeltuch überspannt, das von stabilen Pfosten gehalten wird und vor Niederschlag schützen soll.

Das Dach werde die Sommermonate über gespannt bleiben, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat. Die Pfosten seien nämlich sehr schwer, das mache einen ständigen Auf- und Abbau kompliziert. Die Seitenwände aus Segeltuch sollen dagegen nur in Ausnahmefällen installiert werden, wenn das Wetter diesen Schutz verlange, erklärte der Bürgermeister.

Die Bühne sei die Woche über offen und könne zum Beispiel von Stadtführern und ihren Gruppen genutzt werden. Neu ist auch der Belag des Platzes. Rund um das historische Kopfsteinpflaster wurde ein Basaltlava-Stein verlegt. Damit soll es möglich sein, auch bei Regen und Schnee trittsicher über den Platz zu kommen. Der Stein liegt rund um den Platz, dazu gibt es mehrere Querungsmöglichkeiten.

Die Gesamtfläche des Pflasters betrage 2100 Quadratmeter, sagte Spogat, 980 davon wurden mit dem neuen Stein bestückt. Die Lavasteine stammten aus der Eifel, erläuterte der Bürgermeister. Eine Forderung sei nämlich gewesen, dass keine Steine aus Kinderarbeit verbaut werden.

Der Marktplatz wirkt nach Spogats Einschätzung größer als früher. Ein Grund sei, dass die Treppe vor der Kreissparkasse entfernt wurde, es gibt jetzt eine Fläche ohne Stufen und die trennende Mauer. Der Zeitplan für die Umgestaltung sei genau eingehalten worden. Im Frühsommer habe man fertig werden wollen, und das klappe nun ja auch sehr genau. Die Kosten beziffert Spogat auf 1,1 Millionen Euro, davon kamen etwa zwei Drittel als Zuschuss über das Förderprogramm Aktive Kernbereiche.

Weniger sichtbar sind Neuerungen unter der Erde, darunter 25 neue Hausanschlüsse und Kanalarbeiten. Außerdem stecken im Marktplatz jetzt sieben Unterflurverteiler, aus denen für Feste und den Markt Strom gezapft werden kann. Sie seien „bediener- und frauenfreundlich“, sagt Spogat und meint damit, dass sie ohne Kraftaufwand hydraulisch empor gefahren werden können. Die gute Stube Fritzlars ist renoviert worden. Es ist wie in einem alten Haus: Jetzt wird noch aufgeräumt, dann wird die Stube geöffnet und kräftig gefeiert.

Drei Tage wird gefeiert


Drei Tage lang soll in Fritzlar gefeiert werden, dass der Marktplatzumbau beendet ist. Unter anderem soll es dort auch einen Kalender mit Kinderzeichnungen geben. Sie waren aufgefordert, in einem Malwettbewerb ihre Wünsche für den Marktplatz aufzuzeichnen. „Rendezvous der Vielfalt“, lautet der Titel des Festes, das am Freitagabend beginnt. Das Programm im Überblick:
• Freitag, 20. Juni: 18 Uhr: Marktplatz-Eröffnung mit Bürgermeister Hartmut Spogat, Marktplatzbühne. 18 bis 23 Uhr: langer Einkaufsabend in der Innenstadt und kulinarische Nacht, Präsentation des Projekts „Erzähl mal!“ 18.30 Uhr: Musikverein Ungedanken. 20 Uhr: Serenade des Katholischen Bläserchors Fritzlar.
• Samstag, 21. Juni: 8 bis 14 Uhr: Wochenmarkt, 10 Uhr Begrüßung zum Markt 10.30 bis 12.15 Uhr: Kulturtreff mit der Big-Band aus Haddamar 14.30 bis 15.30 Uhr: kostenlose Stadtführung „Leben am Marktplatz“, Treff am Rolandsbrunnen 20 Uhr: WM-Spiel Deutschland gegen Ghana auf Großleinwand.
• Sonntag, 22. Juni: 12 bis 18 Uhr: Familientag mit Musik und Tanz, Schaukochen, Gaukler, Zauberclown, Basteln mit Fafritz, Kletterwand und anderen Angeboten. 12 bis 18 Uhr: Band „Die Fritzlarer“, Musik-Mitmachaktionen mit den Hinterhofhelden, Tanz und Akrobatik mit der Regenbogenschule, Trommel-Rhythmusgruppe, Jazzcombo Neo Orleo. (ode)

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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