Fritzlarer Wehrtürme: Spenden ermöglichen den Erhalt

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Seltener Einblick: Der Rosenturm von innen.

Fritzlar. Sichtbar wird es für die meisten Fritzlarer nicht, was da im Inneren des Rosen- und des Grebenturmes gerade passiert. Denn Fenster durch die man sehen oder Türen, durch die man in das Innere gelangen könnte, gibt es nicht – zumindest nicht ebenerdig.

Das, was man aber sehen kann, ist ein Gerüst, das von außen an den Türmen an der Allee angebracht ist. Über das werden gerade die letzten Steine und weitere Materialien in das Innere des Turms gebracht. Dort laufen die letzten Arbeiten zur Sicherung der Bausubstanz der historischen Türme, die wesentlich zum Bild der Stadt beitragen. Einst haben sie Fritzlar vor Angreifern von außen beschützt, heute müssen die Türme selbst geschützt werden, damit sie erhalten bleiben.

Möglich wird das durch die Initiative des Vereins zur Pflege der Heimatkunde der Stadt Fritzlar. Vor allem aber durch das Engagement eines Fritzlarers, der rund 20 000 Euro Spenden für die Erhaltungsabreiten gesammelt hat. Namentlich will er nicht genannt werden und eigentlich spricht er auch nicht gern über das, was er für den Denkmalschutz in der Stadt tut. Er handelt lieber. „Holzleitern und Holzdecken werden in die Türme gebaut“, erklärt er im HNA-Gespräch. Nötig sei das, um den Turm besser von innen besteigen zu können und so leichter entstehende Schäden am inneren Mauerwerk zu entdecken und zu beseitigen. Eine Investition in die Zukunft der Türme. Firmen und Privatleute hätten dafür gespendet, sagt er. In die große Freude darüber mischt sich auch die Ernüchterung, dass es oft dieselben Unterstützer seien und zu vielen Fritzlarern die historischen Türme offenbar egal seien. Nicht egal sind sie der Stadt, sie hat das Holz für die Arbeiten gestellt und kam für die Sägewerkskosten auf. Angetan von dem großen Engagement des Spendensammlers und der Spender zeigt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. „Nachdem die beiden Türme 2000 und 2001 wieder ein schützendes und zugleich schmückendes Dach erhalten haben, hat man nun auch für den Schutz im Inneren der Türme gesorgt.“ Es sei ein sehr wertvoller Beitrag zur Erhaltung der mittelalterlichen Bausubstanz von Fritzlar.

Von den einst 23 Wehrtürmen der Stadt stehen heute noch zehn: Frauenturm, Grauer Turm, Grebenturm, Rosenturm, Jordanturm, Regilturm, Turm am Bad, Bleichenturm, Kanzel und Winterturm (die vier letzteren als Teil der Mauer). Mit 37 m Höhe ist der 1274 erstmals erwähnte „Graue Turm“ übrigens der höchste noch stehende städtische Wachturm in Deutschland.

Mit den Arbeiten im Inneren des Rosen- und des Grebenturmes wurde nun dazu beigetragen, dass die Türme auch weiterhin zum Fritzlarer Stadtbild beitragen – und das ist etwas, was für jeden sichtbar ist.

Quelle: HNA

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