Nach Unfall: Polizei fand im Fahrzeug Spazierstock mit langer Klinge

Unfall vor Gericht: Polizei fand getarnte Waffe im Auto

Treysa. Ein 21-jähriger Mann aus dem Altkreis musste sich vor dem Treysaer Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

In seinem Auto hatte die Polizei in der Folge eines schweren Unfalls eine als Spazierstock getarnte Waffe mit einer 40 Zentimeter langen Klinge sichergestellt.

Im November vergangenen Jahres war der Angeklagte mit seinem BMW aus Wiera kommend in Richtung Treysa gefahren. In einer langgezogenen Linkskurve hatte er durch zu hohe Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, war zunächst von der Fahrbahn abgekommen, dann auf die Straße zurückgeschleudert und frontal gegen das entgegenkommende Auto eines 24-Jährigen aus Wetzlar gekracht. Bei dem Zusammenstoß trugen beide Fahrer schwere Verletzungen davon.

„Sie hatten beide Glück, dass Sie die Kollision überlebt haben“, sagte der Richter. Zum Unfallhergang wollte sich der 21-Jährige BMW-Fahrer, der vor Gericht ohne Anwalt erschienen war, nicht äußern. Bei dem Unfall hatte er unter anderem Bauch- und eine Knieverletzungen davongetragen.

Hinsichtlich der als Spazierstock getarnten Waffe gab er an, sie als Souvenir auf einem Flohmarkt gekauft zu haben. Weder die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, noch der Richter schenkten dieser Behauptung Glauben.

Die Waffe war nach dem Unfall von einem Feuerwehrmann im Wagen des Angeklagten gefunden worden. Ein 47-jähriger Polizeibeamter sagte aus, er sei von der Feuerwehr auf den verbotenen Gegenstand aufmerksam gemacht worden. Für Laien sei der Spazierstock nicht auf Anhieb als Waffe zu erkennen gewesen.

Sichtlich erschüttert zeigte sich der Geschädigte vor Gericht. Unter Tränen erzählte der 24-jährige Wetzlarer, er habe sich vom Bahnhof Treysa aus auf dem Weg zu seinem Elternhaus im Kreis Marburg-Biedenkopf befunden, als sich der Unfall ereignete. „Der BMW ist auf meine Fahrbahn zugeschossen gekommen. Ich konnte nicht mehr bremsen“, sagte er. Später sei er eingeklemmt in seinem Auto zu sich gekommen.

Hilferufe aus dem Auto

Der Angeklagte habe im BMW um Hilfe gerufen. Er selbst habe große Angst gehabt. Ein Passant habe sich um Hilfe bemüht.

Der noch immer eingeschränkt arbeitsfähige 24-Jährige zog sich bei dem Unfall unter anderem, Trümmer- frakturen des linken Oberschenkels und Oberarms zu.

Der 21-Jährige war 2009 bereits einmal wegen Fahrerflucht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von 2250 Euro. Zudem trägt er die Kosten der Verhandlung.

Quelle: HNA

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