Milde Temperaturen der ersten Wintermonate führten zu vorzeitigem Nachwuchs

Frühe Frischlinge leiden

Dösender Nachwuchs: Zwei Frischlinge haben es sich auf ihrer Mutter gemütlich gemacht und genießen die Zeit auf der wärmenden Unterlage. Foto:  Archiv

Wolfhagen. Bei den Wildtieren im Wolfhager Land fiel die Winterruhe weitgehend aus. Grund sind die relativ hohen Temperaturen der ersten Wintermonate. Das Problem ist: „Besonders die Wildschweine können sich durch das gute Nahrungsangebot voraussichtlich stärker vermehren, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen.

Die vielen Eicheln und Bucheckern des vergangenen Herbstes kämen den Tieren zugute. „Wenn die Bedingungen günstig sind, dann wächst die Population“, sagt Zindel. Besonders strenge Winter würden die Anzahl der Tiere dann zwar wieder reduzieren, der Bestand ging im vergangenen Winter aber nicht zurück. Die Wildschweine seien laut Zindel gut mit Nahrung versorgt gewesen und hätten keine „echte Notzeit“ gehabt.

Damit wäre auch die verfrühte Geburt der Jungtiere im Januar zu erklären. Die gestreiften Frischlinge kommen normalerweise in der Zeit von März bis Mai zur Welt.

Durch die Kälteeinbrüche und den Frost der letzten Wochen sei die Sterblichkeitsrate für den frühen Nachwuchs sehr hoch. „Es wurden schon einige erfrorene Frischlinge gefunden“, sagt Zindel. Durch diese Verluste sei also keine Wildschweinschwemme zu erwarten.

Wie viele Wildschweine derzeit im nordhessischen Forst unterwegs sind, kann Zindel nicht sagen. Gemeinsam mit der Jägerschaft würde es aber gelingen, den Bestand in Grenzen zu halten und gegebenenfalls die Population zu verringern.

Starke Mast

Ob dies überhaupt notwendig sei, könne man aber erst im Frühjahr sehen, erklärt Wolfgang Kommallein, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Wolfhagen. Bisher sei ein guter bis mittelhoher Bestand in der Region bekannt. Habe die starke Mast letztlich aber doch zu einer Überpopulation des Schwarzwildes geführt, würden flächendeckende und revierübergreifende Bewegungsjagden die Bestände wieder regulieren und so Wildschäden reduzieren. Die Jagd sei somit auch aktiver Naturschutz, erklärt Wolfgang Kommallein weiter.

Fakt sei: „Auch wenn die Jagd nicht unumstritten ist, hat man heute keine Natur–, sondern eine Kulturlandschaft, in der die Selbstregulierung nicht mehr funktioniert.“ HINTERGRUND

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

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