Wilfried Marställer führt Besucher durch die documenta

In seinem Element: Der Melsunger Wilfried Marställer (rechts) erklärt einer Gruppe die Werke in der Karlsaue. Gut zwei Stunden hat er Zeit, den Interessierten die Kunst näher zu bringen. Foto: Doris Hofmann

Melsungen. Am Anfang stand der Zorn: sich selbst, den Ausstellungswerken und den Führern gegenüber. Wilfried Marställer fand keinen Zugang zu den Kunstwerken, die es früher auf der documenta gab.

Bei der Kunstausstellung in diesem Jahr ist alles anders: Marställer leitet selbst Führungen. „Aus den negativen Erfahrungen der letzten Ausstellungsjahre heraus habe ich mir überlegt, die Kunstausstellung von der anderen Seite heraus verstehen zu lernen“, erklärt der Melsunger seine Entscheidung, als Führer bei der documenta zu arbeiten. Er habe gehofft, dass ihm die Vorbereitung auf seinen 100 Tage andauernden Job helfe, die Kunstwerke zu verstehen - mit Erfolg.

„Durch meinen Job sehe ich die Kunst jetzt mit ganz anderen Augen, sie ist mir nicht mehr fremd.“

„Ich habe es größtenteils geschafft, eine Beziehung zu den Kunstwerken aufzubauen“, sagt der 60-jährige Lehrer für Chemie. Dabei habe ihm das in einer Schulung erworbene Hintergrundwissen geholfen, aber auch seine Bereitschaft, sich auf die Kunst einzulassen.

Diese Bereitschaft rät Marställer auch den Besuchern: „Sie müssen selbst einen Zugang zur Kunst finden, ich kann den Menschen nicht vorschreiben, wie sie das Kunstwerk finden sollen.“ Nur so lasse sich die Frage, was Kunst eigentlich ist, beantworten. Ein Richtig-oder-falsch gebe es nicht. Neben dieser Art der Sichtweise vermittelt er Hintergrundwissen zum Objekt und dessen Künstler und seine eigene Ansicht zum Kunstwerk.

Mehr in der gedruckten Ausgabe.

Von Constanze Wüstefeld

Quelle: HNA

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