Musik trifft Fotografie

Symbiose aus Musik und Kunst im Gemeindehaus in Ziegenhain

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Ermöglichten im evangelischen Gemeindehaus Ziegenhain einen wunderbaren Konzertnachmittag, in dem Musik und Kunst eine seltene Symbiose eingingen: von links Pianistin Yevgeniya Schott, Sopranistin Silvia Kordes, Fotograf Lutz Klapp sowie Pfarrer Ingo Fulda. 

Ziegenhain. Musik und Kunst gingen beim Frühlingskonzert der evangelischen Gemeinde in Ziegenhain eine seltene Symbiose ein. Das Konzert stand unter dem Motto "Naturerlebnisse".

Und das Gemeindehaus mit seinem schwarzen Flügel erwies sich dabei am späten Sonntagnachmittag als patenter Konzert- und Ausstellungssaal, in dem die 73 Besucher bis auf den letzten Platz zusammen rückten.

Unter dem Titel „Bird Songs – Song birds“ boten Sopranistin Silvia Kordes und Pianistin Yevgeniya Schott von der Kammeroper Kassel gemeinsam mit Naturfotograf Lutz Klapp einen ganz besonderen Zugang zu „Naturerlebnissen“ unter dessen Motto der Konzertnachmittag stand.

Schon vorher gemeinsam musiziert und ausgestellt

Ich freue mich sehr, hier singen zu dürfen“, sagte Silvia Kordes, denn für die aus Mengsberg stammende Sopranistin war der Auftritt in Ziegenhain so etwas wie ein Heimspiel, genau so wie für den Ziegenhainer Lutz Klapp. Bei einer Ausstellung des Naturfotografen in Willingshausen war Silvia Kordes aufgefallen, dass die Vogelfotografien Klapps wunderbar zu ihrem Konzertprogramm „Bird Songs“ passen, ein Liederreigen rund um Vögel, entstanden nach dem Tag der Literatur unter dem Motto Naturlerlebnisse.

Ein halbes Dutzend Mal haben die beiden Musikerinnen und der Fotokünstler mittlerweile schon gemeinsam musiziert und ausgestellt – so wurde es höchste Zeit, möchte man meinen, dies auch in der Schwalm zu realisieren, so auch Lutz Klapp: „Es ist genial, denn wann kommen Musik und Kunst so eng in Verbindung?“

Dabei brachten die beiden Musikerinnen der Kammeroper Kassel, ein festes Ensemble ohne eigenes Opernhaus, hohe Kunst in die Schwalm: Die beiden Profi-Musikerinnen erwiesen sich jede für sich als exzellente Künstlerinnen und darüber hinaus als harmonisch perfekt aufeinander abgestimmt. Silvia Kordes vermochte es, mit ihrer klaren, reinen Sopranstimme den Gemeindesaal in Schwingungen zu versetzten, und bewies darüber hinaus schauspielerisches Talent bei der Interpretation der Lieder.

Publikum forderte eine Zugabe

Als Klavierbegleitung wie auch als Solointerpretin der „Waldszenen“ Robert Schumanns zog Pianistin Yevgeniya Schott die aufmerksamen Zuhörer in den Bann. Begonnen mit Schumann, war fast das gesamte Konzert der Romantik gewidmet, mit Liedern der Kasseler Komponistin Luise Greger (1862 bis 1944) und der Engländerin Liza Lehmann (1862 bis 1918) sowie der neuzeitlichen Komponistin Vivienne Olive, geboren 1950 – letztere bot einen etwas melancholischen, dramatischen Kontrapunkt zu dem ansonsten recht lieblichen Liederprogramm. Das Publikum dankte mit herzlichem Applaus und forderte eine Zugabe heraus.

Am Ende des kurzweiligen Konzerts boten die Naturfotografien von Lutz Klapp nicht nur eine ideale Kulisse, sondern zogen im Gemeindesaal und im Foyer zudem bewundernde Blicke der Besucher auf sich. Schade nur, dass die rund 30 Werke nicht noch länger im Gemeindehaus ausgestellt sind – bleibt zu hoffen, dass die Künstler der Kammeroper Kassel und Klapp nicht zum ersten und letzten Mal im Gemeindehaus gastierten.

Quelle: HNA

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