Hoffnung auf Förderprogramm „Reformationsjubiläum 2017"

Klosterkirche Spieskappel: Neuer Anlauf zur Sanierung

Mit Klosternudeln, Musik und Engagement: Hans Hedderich, Emilie Justus (beide Kirchenvorstand), Pfarrer Marco Firnges und Architekt Helge Schröder setzen sich für die Renovierung ein. Foto: Rose

Spieskappel. Seit mehr als 15 Jahren soll die Klosterkirche Spieskappel saniert werden: bislang ohne Erfolg. Immer wieder wurden die Anträge für die umfassende Renovierung abgelehnt. Jetzt soll es endlich gelingen.

Pfarrer Marco Firnges, die Mitglieder des Kirchenvorstandes und Architekt Helge Schröder wollen das Bauvorhaben auf den Weg bringen. Nach Schätzungen werden hierfür 1,7 Millionen Euro gebraucht. Auch die Dauer der Sanierung wird sich laut Firnges über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte ziehen: „Der Bau des Klosters dauerte damals 100 Jahre - ich hoffe, wir schaffen es diesmal schneller.“

Allein werden Kirchengemeinde und Landeskirche das Projekt unmöglich stemmen können. Hoffnung macht das Förderprogramm „Reformationsjubiläum 2017“ der Bundesregierung. „Spieskappel ist von nationaler Bedeutung, denn auf dem Weg zu den Reformationsgesprächen hat Luther zwei Mal hier übernachtet“, erklärt Firnges. „Anhand von alten Belegen wissen wir sogar, was Luther gefrühstückt hat“, sagt Helge Schröder. Am 30 mal 14 Meter große Gotteshaus - ursprünglich war das frühere Kloster noch satte 30 Meter länger - müsste nicht nur die Fassade saniert werden, auch im Inneren der Kirche, insbesondere im Bereich des Chorraumes, gibt es einiges zu tun. „Wir wollen unsere Kirche heller, freundlicher und vor allem auch offener für Pilger gestalten“, erklärt Firnges.

Trotz der imposanten Größe gebe es in der Kirche so gut wie keine Abstellräume, keine Sakristei, sagt der Pfarrer. Auch die Elektrik mache Probleme, von Sicherheitsmängeln sei die Rede. Sicher, weil das Sieskappeler Gotteshaus eine Patronatskirche sei, habe die Landeskirche eine gewisse Verpflichtung: „Aber auch wir Spieskappeler wollen etwas tun.“ Im Frühjahr soll ein Förderkreis gegründet werden, der mit unterschiedlichen Aktionen Geld sammeln will. Auch Eigenleistung sei geplant, erläutert der Pfarrer.

Als erstes organisieren die Mitglieder des Kirchenvorstandes einen kleinen Basar. An den Adventssonntagen, jeweils nach dem Gottesdienst, werden unter anderem eine CD mit Orgelmusik, Spieskappeler Klosternudeln sowie gestrickte Strümpfe angeboten. Der Erlös kommt der Sanierung zugute. Derweil hat sich im Kirchenvorstand eine Gruppe gebildet, die Pfarrer und Architekt als „Ideenschmiede“ bezeichnen. Die Mitglieder sammeln Vorschläge und Gestaltungsideen. Sie treffen sich regelmäßig alle vier Wochen. Doch alle wissen, dass die Renovierung ein enormer Kraftakt wird. „Wir werden weitere Stiftungen ansprechen.“ Helge Schröder möchte die Menschen dafür sensibilisieren, welche Bedeutung das Kloster einst hatte: Diese Episode der Geschichte gelte es zu erhalten. „Aber das gelingt nur, wenn viele mitmachen.“

Quelle: HNA

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