Starke Nerven

Frust bei Pendlern: Baustellen an etlichen Straßen

Fritzlar-Homberg. Hartmut Reuber aus Elnrode/Strang ist sauer. Er pendelt jeden Tag zur Arbeit nach Kassel, und die Rückfahrt dauert seit der Sperrung der A49 Richtung Süden 20 Minuten länger. Jeden Tag. Reuber ist nicht der einzige Autofahrer im Kreisteil, der die Auswirkungen der zahlreichen Baustellen zu spüren bekommt.

In Fritzlar bilden sich lange Schlangen, seit die 15-monatige Sanierung der Ederbrücke begonnen hat.

Große Baustellen sind:

• Sperrung der A49 Richtung Süden ab Abfahrt Wabern. •

 Einseitige Sperrung der Ederbrücke in Fritzlar

 • Sperrung der Autobahnauffahrt Fritzlar Richtung Norden.

• Bau des Kreisels am Metzer Kreuz in Gudensberg.

Mussten all diese Großbaustellen gleichzeitig betrieben werden, fragt sich so mancher Autofahrer. Gibt es da keine Koordination?

Doch, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen-Mobil (früher Straßenverkehrsamt), natürlich würden die einzelnen Baustellen über das Verkehrsdezernat miteinander abgestimmt. Auch die Gemeinden seien einbezogen worden. Die Verkehrssituation sei im Vorfeld geprüft worden. „Wir wollen die Beeinträchtigungen möglichst gering halten“, sagte Sinemus.

Um die langen Schlangen in Fritzlar kürzer werden zu lassen, solle die Ampelschaltung am Erfurter Ring verändert werden. Eine Firma sei bereits damit beauftragt, es werde vermutlich aber noch einige Tage dauern, bis es soweit ist.

Der Neubau des Kreisels am Metzer Kreuz in Gudensberg soll laut Sinemus am gestrigen Freitag abgeschlossen worden sein, dann wäre dieses Nadelöhr auch verschwunden. Für Hartmut Reuber hat das Amt jedoch keine Verbesserungen anzubieten.

Der Pendler aus Elnrode/Strang hatte gefragt, warum die Autobahn nicht spurweise saniert werden könne, wie das zum Beispiel bei Fritzlar gemacht wird. Man könne doch dann jeweils nur eine Spur der Autobahn sperren, argumentiert er. Das gehe nicht, sagt dagegen Hessen Mobil.

Die Brücke, die saniert werden soll, liege zu dicht an der Anschlussstelle Borken, um den Verkehr auf die Gegenfahrbahn umzuleiten. Für Überfahrten der Mitte müsse genug Platz sein, unter anderem für einen Verzögerungsstreifen.

Sinemus verweist auch auf das relativ geringe Verkehrsaufkommen in diesem Bereich. Außerdem sei es speziell bei den Arbeiten an der Brücke ein Problem, wenn Autos gleichzeitig darüber führen. „Es ist nicht so einfach, wenn es während der laufenden Betonierarbeiten Erschütterungen gibt.“

Die Vollsperrung erlaube es, schneller zu arbeiten. Das spare nicht zur Zeit, sondern auch Geld. Wie es aussieht, wird Hartmut Reuber auch weiterhin 20 Minuten länger unterwegs sein, wenn er von Kassel nach Hause fahren möchte. Er ist überzeugt: „In Frankfurt wäre das nicht passiert.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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