Biologe Hans-Hinrich Witt beherbergt und fotografierte putzigen Raubtiernachwuchs

Fuchskind im Forstgarten

Das mutigere Füchslein: Im Garten des Forsthauses Kornberg gelang Hans-Hinrich Witt ein Schnappschuss von einem Fuchskind, das zweite wagte sich nicht aus dem Versteck. Foto: Witt/privat

Frielendorf. Hans-Hinrich Witts Geduld hatte Erfolg. Er konnte im Garten des Forsthauses Kornberg Fuchsnachwuchs fotografieren. Irgendwann lugten zwischen Balkenresten zwei buschig behaarte, aufrecht stehende Ohren hervor – ein frech-fröhliches Fuchskindgesicht mit zwei lebhaft funkelnden Knopfaugen folgten.

„In den vergangenen Wochen hatten wir vom Küchenfenster aus immer wieder einen durch unseren Garten trabenden erwachsenen Fuchs mit auffallend prächtig gefärbten Pelz gesehen und seine steilen Luftsprünge beim Mausen bewundert“, erzählte der Biologe Hans-Hinrich Witt.

Das Ehepaar konnte beobachten, wie der Fuchs die Schnauze bis zum Anschlag tief in eines der vielen Mäuselöcher schob, mit den Vorderpfoten rasch tief in die Gartenerde grub, eine Maus herauszog und diese verzehrte. Mäuse gebe es in diesem Frühjahr grad genug, meint Hans-Hinrich Witt, der in seinem Garten auch Refugien für andere Tiere geschaffen hat.

Wartezeit

Für die Fotos setzte sich Hans-Hinrich Witt in die Nähe des Fuchsbaues. Fast zwei Stunden dauerte es, bis das Füchslein auftauchte, berichtete er

Bald konnte er feststellen, dass seine langsamen Bewegungen keine Fluchtreaktionen auslösten.

Der hellbraun gefärbte Fuchs, die Fähe, beschäftigte sich überwiegend mit der Fellpflege, kratzte mit den Hinterpfoten ausgiebig hinter den Ohren und biss danach das lockere Fell durch, um Flöhe oder Zecken zu entfernen. Zur Abwechslung erkundete er zwischendurch die engere Umgebung, biss spielerisch ins Holz und bekletterte den Balkenstapel, schnupperte in eine Bretterlücke hinein und schaute interessiert in die zu ihm hingestreckte Fotokamera.

Aus dem Bau klang gelegentlich ein leises Jammern und in der dunklen Tiefe konnte er die zaghaften Bewegungen eines Geschwisterkindes entdecken, das sich in den zweieinhalb Stunden seiner Anwesenheit allerdings nicht aus dem Versteck wagte. „Auch bei Tieren können wir stark unterschiedliche Persönlichkeiten feststellen, neugierig-lebhaft die einen und ängstlich-zurückhaltend die anderen, ganz wie bei uns Menschen“, erklärt der 68-Jährige.

Verschwunden im Versteck

Als er versehentlich gegen eine dürre Vorjahrespflanze stieß und diese raschelnd umfiel, verschwand das Fotoobjekt wieder im Versteck, „vielleicht, um dort die mütterlichen Milchquellen der Fähe aufzusuchen“, so Witt.

Zwei Jungtiere und das Muttertier, die Fähe, konnte Witt sichten.

Inzwischen habe die Fähe die Jungtiere aber fortgetragen, berichtete der passionierte Fotograf, der sich viel mit Natur und Wildtieren beschäftigt und gerade eine Foto-Expedition in ein Gebiet zwischen Portugal und dem spanischen Madrid plant. (alx)

Quelle: HNA

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