Für Volker Schäfer ist der schönste Platz auf dem Rohrberg

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An der Sonnenbank: Durch eine Schneise im Wald kann Volker Schäfer vom Rohrberg zu seinem Heimatort Burghasungen blicken.

Burghasungen. „Ich fühle mich hier sauwohl“, sagt Volker Schäfer und strahlt. Er steht wenige Meter unterhalb der 517 Meter hohen Spitze des Rohrbergs und blickt durch ein übergroßes, laubgerahmtes Fenster auf sein Heimatdorf Burghasungen.

Sonnenbank hat er die Stelle hier irgendwann einmal getauft, das Plätzchen am Hang mit der Schneise nach Südwesten. „Hier kannste in Ruhe sitzen“, sagt der 50-Jährige. Und das hat er in der Vergangenheit oft getan. Schon als Kind, erzählt er, ist er die knapp zwei Kilometer von zuhause zum Rohrberg marschiert, hat den anstrengenden Aufstieg zur Bergspitze genommen und die Natur auf dem Basaltkegel genossen.

„Ich habe eine enge Bindung zum Berg, auch weil ich ihn wissenschaftlich bearbeitet habe“, sagt Schäfer. Für sein erstes Staatsexamen hat er die Pflanzengesellschaften unter die Lupe genommen. „Ich kenne hier jede Pflanze, jeden Stein“, sagt der Lehrer für Biologie und evangelische Religion, der an der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule zudem Leiter des Gymnasialzweigs ist.

Er spricht vom einblütigen Perlgras, vom Wurmfarn, vom Haselwurz, von der Waldplatterbse, von der Färberhundkamille, vom wilden Thymian – davon, dass die Vegetation der Basaltkuppen artenreicher wird, je höher man steigt. Er schwärmt von den „abwechslungsreichen Licht- und Schattenspielen“ der Basaltnadeln und von den Begegnungen mit Tieren. Im September hat er einmal 18 Bussarde in der Thermik beobachtet.

Wunde durch die A 44

Ein anderes Mal saß er abends noch an seinem Lieblingsplatz, und ganz in seiner Nähe hockten vier junge Steinkäuze auf einem Ast. „Das Allerschärfste“, sagt er, „war die Begegnung mit einer Waschbärenfamilie“. An diesem Tag begleitete ihn eine seiner beiden Töchter.

Dass die Kinder seine Begeisterung für den Rohrberg ein Stückweit teilen, freut Volker Schäfer. Von klein auf hat er sie mit auf seine Touren genommen und ihnen dabei auch gezeigt, wie die Natur durch den Menschen leidet. Auch da ist der Rohrberg beispielhaft: „Der Berg hat diese Wunde Richtung Norden durch die A 44. Die wird auch nie verheilen.“ Die Autobahn hat sich nicht nur in den Berg gefressen, sie belastet die grüne Idylle auch dadurch, „dass der Dauerlärm da ist“, sagt der Burghasunger.

Es ändert aber nichts an Volker Schäfers Überzeugung: „Der Rohrberg ist die schönste Ecke, die ich kenne.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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