Gemeindeverwaltung Breuna beschäftigt Praktikanten aus italienischer Partnerstadt

Er fühlt sich wie zu Hause

So sieht gelebte Partnerschaft und ein auf Arbeitsebene zusammenwachsendes Europa aus: Bauamtsleiter Ralf Hartmann (links), Praktikant Federico Guerri und Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. Foto: Gallacher

Breuna. Federico mag Deutschland, die Mentalität der Menschen, die Sprache, die Landschaft - und ganz besonders hat er die Breunaer ins Herz geschlossen. Zur Zeit absolviert er in der Breunaer Gemeindeverwaltung ein zehnwöchiges Praktikum, um fließend Deutsch zu lernen.

Außerdem hat er auch bereits einige Dinge auf „Brünsker Platt“ auf Lager: Mit Überzeugung spricht er: „Ick sih en Brünsker!“ Sein erster Besuch in Breuna liegt vier Jahre zurück. Er kam mit der Fußballmannschaft „Predappio FC“ und kickte gegen die Breunaer. Zunächst verständigte er sich auf Englisch und Italienisch, denn an der Technischen Schule (ITIS Marconi in Forli) gab es keinen Deutschunterricht. Den Grundstein hierzu legte er mit Beginn seines Fremdsprachen-Studiums in Bologna, wo er Spanisch, Englisch und Deutsch studiert. Zwar sind die ersteren seiner Meinung nach leichter zu lernen, aber trotz der schwierigen Grammatik hängt das Herz des 20-jährigen Federico an der deutschen Sprache.

Aufenthalt ist i-Tüpfelchen

Das i-Tüpfelchen ist nun der Aufenthalt in der Partnergemeinde Breuna: Seine „deutschen Eltern“ hier sind Marlies Weymann-Flörke und ihr Mann Karl, bei denen er zur Zeit wohnt. Dazu hat Silvia Stollberger, die Organisatorin der Städtepartnerschaft Breuna-Predappio, mit Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann den Praktikumsplatz organisiert. Auch gab sie Federico im Vorfeld zusätzliche Sprachstunden. Beide wohnen übrigens in Fiumana, einem sechs Kilometer von Predappio entfernten Ortsteil.

In der Gemeindeverwaltung – ein schwieriges Wort für einen Italiener, weil es aus zwei Einzelteilen besteht, sagt Federico – arbeitet er nun gemeinsam mit Bauamtsleiter Ralf Hartmann im Bauamt. Fällt mal die Verabschiedung eines Kollegen oder ein runder Geburtstag an, ist der Praktikant selbstverständlich dabei. Weitere Stationen werden das Bürgerbüro und die Mithilfe bei den diesjährigen Ferienspielen sein. Trotz aller Lernerei bleibt ein wenig Zeit, mit dem Rad die hiesige Landschaft und Architektur zu genießen.

Wenn er seinen Bachelor in Bologna in der Tasche hat, überlegt Federico, den Masterstudiengang in Deutschland zu absolvieren. Als nächstes steht aber nun erstmal der Besuch der Breunaer Kirmes an –hierzu bekommt er eigens ein Kirmeshemd – damit ist Federico der erste italienische Kirmesbursche in Breuna.

Er freut sich über die warmherzige und offene Aufnahme, die er in der Verwaltung, bei seinen Gasteltern und im Ort gefunden hat; „I feel like home“, sagt er, als ihm so schnell nicht die passende Übersetzung einfällt.

Von Stefanie Gallacher

Quelle: HNA

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